Resonanz und Unverfügbarkeit - das sind zwei Begriffe, die vor allem Hartmut rosa populär gemacht hat, und die auch die titel zweier seiner Bücher sind.

Er sagt:
Was quält uns aus Ihrer Sicht?
Ich habe dafür einen etwas sperrigen Begriff geprägt: Alltagsbewältigungs-Verzweiflungsmodus. Jeder kennt das: Von morgens bis abends begegnet uns die Welt als Aggressionsfläche, in der wir ständig Dinge bewältigen und bearbeiten müssen. Dies besorgen, das erledigen, den anrufen, das wegschaffen. Das Leben als einzige, ausufernde To-do-Liste. https://betreutes-lieben.de/uncategorized/resonanz/
Das ist sicherlich eine Betrachtung, der man sich mal stellen sollte.
Hartmut Rosas Resonanztheorie besagt, dass ein gelingendes Leben durch eine lebendige, wechselseitige Beziehung zur Welt entsteht, die jedoch wesentlich auf Unverfügbarkeit beruht. Resonanz – das Gefühl des "Berührtseins" – lässt sich nicht planen, erzwingen oder garantieren. Sie geschieht im Ungewissen, oft beim Spiel oder in der Begegnung mit dem Fremden.

Kernaspekte von Resonanz und Unverfügbarkeit:
- Definition: Resonanz ist ein "klingender", ergebnisoffener Beziehungsmodus, der Entfremdung entgegenwirkt.
- Unverfügbarkeit: Wirkliche Resonanzmomente sind nicht kontrollierbar; sie ereignen sich, wenn wir uns auf das Unplanbare einlassen.
- Kritik an der Moderne: Das Streben nach absoluter Verfügbarkeit und Effizienz (Alles-im-Griff-haben-Wollen) führt laut Hartmut Rosa zu einer stummen, entfremdeten Welt.
- Medio-passive Haltung: Eine Haltung, die halb aktiv (etwas tun) und halb passiv (sich berühren lassen) ist, ermöglicht Resonanz, wie beim Musikgenuss.

Unverfügbarkeit ist somit kein Mangel, sondern eine notwendige Bedingung für echte Resonanz und Lebendigkeit.
Aber wie umsetzen?

