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  • Sollten wir andere kritisieren oder jeden so sein lassen, wie er ist?

    Diskussion · 127 Beiträge · 11 Gefällt mir · 1.525 Aufrufe
    Alica aus Düsseldorf

    Welche Kritik nehme ich mir zu Herzen und kommt es darauf an, von wem sie kommt? Wann sind Menschen wirklich bereit etwas an sich zu ändern, was andere bei ihnen kritisieren? Sollte man sich überhaupt an der Kritik von anderen orientieren? Kritisiert ihr andere, wenn sie nicht so sind, wie ihr es gerne hättet? Wie seht ihr das?

     

    Ich nehme mir selbst vor eine Meinung von jemandem nur dann anzunehmen, wenn es jemand ist, den ich selbst bewundere oder wertschätze. Egal ob es sich um ein Kompliment oder eine Beleidigung handelt. Mir ist aufgefallen, dass Leute andere dafür kritisieren, was sie selbst nicht richtig machen. Selbst wenn ich ein Fehlverhalten von mir feststelle, brauche ich mich dadurch nicht zu identifizieren oder dafür zu rechtfertigen. Es gibt Themen, die man nur mit sich selbst klären kann. Deshalb erwarte ich auch keine Hilfe von jemandem, der in diesem Bereich keine Kompetenzen hat. Und wenn es andersrum ist und mir etwas Verbesserungswürdiges bei einem anderen auffällt, kommt es darauf an, wie sehr ich glaube ihm mit meinen Ratschlägen wirklich helfen zu können. Wenn mir ein Mensch egal ist, werde ich es wohl nur bei einem kurzen Kommentar belassen. Wenn mir derjenige wichtig ist, wäge ich genauer ab, ob und wie ich etwas sage. Kann ich ihn dadurch verletzen? Stört mich sein Verhalten überhaupt oder schadet er sich selbst? Bin ich in der Lage ihm zu helfen oder verletze ich ihn, wenn ich mich dazu äußere? Meistens warte ich also ab, bis mich derjenige selbst darauf anspricht und meine Meinung oder Hilfe benötigt. 

    13.02.26, 16:10 - Zuletzt bearbeitet 13.02.26, 16:20.

Beiträge

  • 13.02.26, 17:45

    Das sagt ChatGPT dazu:

     

    Du beschreibst schon eine ziemlich reife Haltung:
    nicht jede Kritik gleich ernst nehmen, sondern filtern – nach Quelle, Absicht und Nutzen.
    Das ist tatsächlich näher an dem, was Psychologie empfiehlt, als an „immer offen für alles sein“.
    Ich ordne deine Fragen mal Schritt für Schritt ein.
    1. Kommt es darauf an, von wem Kritik kommt?
    Ja — sogar sehr stark.
    Menschen bewerten Kritik unbewusst nach Glaubwürdigkeit + Beziehung:
    Kompetenz → Hat die Person Ahnung?
    Wohlwollen → Will sie mir helfen oder sich überlegen fühlen?
    Nähe → Kennt sie mich wirklich?
    Darum trifft Kritik von bewunderten Menschen stärker.
    Nicht aus Ego — sondern weil unser Gehirn sie als relevante Information einstuft.
    👉 Kritik ist kein objektiver Fakt, sondern immer eine Perspektive.
    Eine fremde Person sieht Verhalten.
    Eine nahestehende Person sieht Muster.
    Ein Experte sieht Ursachen.
    2. Wann sind Menschen wirklich bereit, sich zu ändern?
    Fast nie, wenn Kritik von außen kommt.
    Menschen ändern sich typischerweise erst, wenn drei Dinge zusammenkommen:
    Selbsterkenntnis
    „Ich sehe es selbst.“
    Leidensdruck oder Ziel
    „So geht es nicht weiter“ oder „Ich will etwas erreichen.“
    Autonomie
    „Ich entscheide mich dafür.“
    Deshalb fühlt sich ungefragte Kritik oft wie Kontrolle an — selbst wenn sie stimmt.
    Kritik erzeugt Einsicht selten.
    Einsicht macht Kritik erst annehmbar.
    Du machst intuitiv genau das Richtige: warten, bis jemand offen ist.
    3. Sollte man sich überhaupt an Kritik orientieren?
    Ja — aber nicht direkt.
    Sondern diagnostisch.
    Nicht:
    „Sie haben recht.“
    Sondern:
    „Warum sehen sie mich so?“
    Denn Kritik verrät oft mehr über die Wirkung deines Verhaltens als über dein Verhalten selbst.
    Drei nützliche Kategorien
    Signal → Mehrere Menschen sagen Ähnliches → Muster
    Projektionskritik → Der andere spricht über sich selbst
    Wertkonflikt → Ihr wollt einfach Unterschiedliches
    Du beschreibst genau das:
    Man muss sich nicht mit jedem Fehlverhalten identifizieren. Richtig — Verhalten ≠ Identität.
    4. Warum kritisieren Menschen andere?
    Meistens nicht aus Bosheit.
    Häufige Motive:
    Orientierung herstellen („so macht man das“)
    Selbstbild stabilisieren
    Hilfsimpuls
    Kontrollbedürfnis
    Projektion eigener Probleme
    Darum fühlt sich Kritik oft persönlicher an als sie gemeint ist.
    5. Dein Ansatz – psychologisch betrachtet
    Deine Haltung entspricht ungefähr:
    Selektive Durchlässigkeit statt kompletter Abwehr oder kompletter Offenheit
    Das ist tatsächlich der stabilste Umgang:
    nicht defensiv
    nicht beliebig formbar
    aber lernfähig
    Der wichtige Punkt ist nur:
    Bewunderung allein ist kein perfekter Filter.
    Manchmal sehen gerade Außenstehende Dinge klarer, weil sie emotional nicht involviert sind.
    Ein hilfreicher Leitsatz
    Du kannst Kritik prüfen, ohne dich ihr zu unterwerfen:
    Nützlichkeit ist wichtiger als Wahrheit.
    Selbst falsche Kritik kann nützlich sein, wenn sie zeigt, wie du wirkst.

  • 13.02.26, 17:43 - Zuletzt bearbeitet 13.02.26, 17:53.

    Sehr vielschichtiges Thema.

     

    Ein guter Ansatz wäre: kritisiere nur, wenn deine Absicht positiver Natur ist. 

     

    Leider reicht das häufig nicht aus, denn "gut gemeint ist nicht immer gut gemacht". Das eigene Ansinnen ist für das Gegenüber nun mal nicht immer zu erkennen. Dazu kommt, dass Menschen charakterlich verschieden sind. Der Eine ist sehr sensibel, der Andere vllt. wenig selbstbewusst. Wenn man dann noch an Dinge denkt wie "schlechten Tag gehabt oder "wunden Punkt erwischt", dann wird schnell klar, dass man auch mit gutem Willen andere Menschen (ungewollt) verletzen kann.

     

    Deshalb empfinde ich persönlich es als sehr wichtig, dass man den richtigen Ton erwischt, die kritisierte Person im Idealfall kennt und einschätzen kann sowie ganz generell ein wenig Empathie an den Tag legt.

  • 13.02.26, 17:40

     

    Mandi:

    Es ist einfach:

    Hast du aufrichtig Gutes und Schönes über einen Menschen und sein Werk zu sagen, sage es.

    Möchtest du einen Menschen und sein Werk kritisieren, schweige.

     

    Kritik ist nur angebracht, wenn definitiv darum gebeten wurde. Und selbst dann kann es sehr dünnes Eis sein.

    Wie bei den drei Filtern des Sokrates: ist eine Nachricht ( oder hier Kritik) wahr, gut und notwendig ? 

  • 13.02.26, 17:18 - Zuletzt bearbeitet 13.02.26, 17:19.

    Es ist einfach:

    Hast du aufrichtig Gutes und Schönes über einen Menschen und sein Werk zu sagen, sage es.

    Möchtest du einen Menschen und sein Werk kritisieren, schweige.

     

    Kritik ist nur angebracht, wenn definitiv darum gebeten wurde. Und selbst dann kann es sehr dünnes Eis sein.

  • 13.02.26, 17:15

    Hi Alice ,

     

    Danke für das Thema......

    Ich habe gemerkt das hier immer wieder Streigespräche statt finden.

    Das mag ich nicht. 

    Weil Sreit meist nicht auf Augnhöhe geschieht und unter die Gürtellinie geht und das Gehenüber meist mit Unterstellungen und Vorurteilen um sich wirft.

    Das finde ich  destruktiv und sehr verletzend und anstrengend. 

     

    Ich mag aber Diskussion und konstruktive Kritik. 

    Also ein Austausch auf Augenhöhe und Wertschätzend .

     

    Mir geht es so ,Menschen die mich Wertschätzen und auch Loben da bin ich froh um Anregung und konstruktive Kritik.

     Weil ich weiß das dieser Mensch mich  sehr schätzt und sich selbst auch schätzen kann.

     

    Da ist ein ganz andere Ebene und Gefühl im Miteinander und der Beziehung. 

    Und Menschen die mich schätzen da bin ich dankbar für ehrliche konstruktive Kritik ,weil mir das hilft. 

    Aber das sind auch Menschen die dankbar und offen sind wenn ich etwas Anrege oder "kritisiere ".

    Es kommt sehr auf die Ebene an .

     

    Ich bin auch nicht immer "korrekt "

    Aber ich achte sehr darauf .

    Und kann mich auch entschuldigen wenn es daneben geht !

    Ganz wichtig. 

     

     

    Wenn jemand nur seinem Frust bei mir ablädt und negativ, destruktiv kritisiert, lasse ich ihn irgendwann stehen weil mich das verletzt und runter zieht .

    Mir tut das nicht gut und ich grenze mich ab

    Weil ich das extrem negativ finde und nicht gesund. 

    Und ich unterscheide zwischen konstruktiver und destruktiver Kritik .

     

    Und Menschen die nur kritisieren und auf destruktive Provokationen aus sind ,sind mir zu negativ. 

    Ausserdem kann man sich da auch nicht austauschen. 

     

    Deswegen grenze ich mich dann ab und lasse Sie stehen. 

     

    Grüße Siena 

  • 13.02.26, 16:37 - Zuletzt bearbeitet 13.02.26, 16:52.

    1. Jeder darf jedem und jeder jederzeit alles sagen, war er von ihm denkt, ihm vorwirft, an ihr mag, wie er sie sieht, was ihm nicht gefällt, alles.

    2. Ob der die andere das jetzt zum Anlass nimmt, sich gewertschätzt, abgewertet, gelobt, verdammt, verurteilt, verletzt, kritisiert zu sehen, ob er sich entscheidet es einfach zur Kenntnis zu nehmen oder sich sofort wunschgemäß den Verbesserungsvorschlägen des anderen anzupassen, ist ganz allein seine entscheidung.

    3. Natürlich darf man auch, wenn man frau wie üblich sensibel, hochsensibel, sensitiv, empathisch, verletzlich ist, bei jeder Kritik Verachtung Mißschätzung usw des anderen sich sofort entscheiden, den anderen zu hassen und zu verlassen und jeden kontakt sofort abzubrechen.

     

    Ich meine, damit sollte die sache vollständig klar sein.

  • 13.02.26, 16:34 - Zuletzt bearbeitet 13.02.26, 16:35.

    Danke für deinen Beitrag.

    Zunächst stellt sich doch die Frage, aus welchem Grund A Kritik an B äußern möchte.

    Dann in welchem Verhältnis A zu B steht.

    Und zu guter letzt was A mit der Kritik an B bezwecken möchte.

     

    In den meisten fällen führt Kritik, m.E. nicht zu dem gewünschten Ergebnis, deswegen erachte ich es für Sinnvoll zunächst die o.g. Fragen zu stellen und dann weiter, wie geht es mir, wenn ich die Kritik nicht äußere.

     

    Generell hat das äußern von ungefragter Kritik, das Potential für eine schlechte Stimmung zu sorgen, also auch hier die Frage, ist es das Wert?

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