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  • Gefühlstote Gesellschaft

    Diskussion · 81 Beiträge · 1 Gefällt mir · 1.752 Aufrufe

    Ich habe den Eindruck dass unsere Gesellschaft besonders im zunehmenden Alter immer abgestumpfter und gefühlstoter wird. Woran liegt das oder war das früher auch schon so ? Glück und Liebe sind Gefühle die man empfinden können muss. Rationalität kann nie glücklich machen oder doch ? Auf ins Feld, ich will eure persönlichen Ansichten und Lebenserfahrungen wissen, keine Gebrauchsanweisungen aus dem Internet !

    01.11.20, 09:28 - Zuletzt bearbeitet 01.11.20, 09:29.

Beiträge

  • Gestern, 11:10

     

    Nicolas:

    Ich sehe das genauso. Ich bin selbst mittlerweile nur noch eine Hülle meiner Selbst und fühle mich nur noch leer. Ich würde mir wünschen, dass... im Grunde ist es egal, was ich mir wünsche, es passiert ja doch nichts. Ich kann einfach nicht mehr. 😞🏳️

    Irgendwie sind wir gefangen, in unseren Systemen.

    Ich versuche mir, wenigsten, einen Teil von meinem Leben,  nach meinen Vorstellungen zu gestalten (ich bin noch im Arbeitsprozess).

    Und mir einen neuen Freundeskreis aufzubauen, mit Menschen die zu mir passen.

    Aber das ist gar nicht so leicht, in dieser Zeit.

  • Gestern, 09:04

     

    Nicolas:

    Ich sehe das genauso. Ich bin selbst mittlerweile nur noch eine Hülle meiner Selbst und fühle mich nur noch leer. Ich würde mir wünschen, dass... im Grunde ist es egal, was ich mir wünsche, es passiert ja doch nichts. Ich kann einfach nicht mehr. 😞🏳️

     

    Das mit der Hülle seiner selbst kenne ich sehr gut. Was würdest du dir wünschen? Was ich mittlerweile anders mache ist, mich zu fragen was kann ich daran ändern, was ist mein Anteil daran. 

  • Gestern, 08:56

    Ich sehe das genauso. Ich bin selbst mittlerweile nur noch eine Hülle meiner Selbst und fühle mich nur noch leer. Ich würde mir wünschen, dass... im Grunde ist es egal, was ich mir wünsche, es passiert ja doch nichts. Ich kann einfach nicht mehr. 😞🏳️

  • 30.07.26, 22:14

    Ich sehe es auch so... wie respektlos erwachsene untereinander, oder mit Kindern, Kinder unter sich, Jugendliche unter sich umgehen... Ich finde es schrecklich und schlimm. Ich möchte nicht dass meine Kinder so mit anderen umgehen... 

  • 09.07.26, 23:24

     

    Waldgeist:

     

    Franz:

     

    Wenn Menschen aus freiem Herzen negatives über sich erzählen, soll man das unbedingt ernst nehmen - es stimmt praktisch immer.


     Das hat sie mir gleich zu Beginn mitgeteilt und es hat sich dann doch eine sehr intensive Freundschaft entwickelt !   Es war mir überhaupt nicht bewusst,  dass sie noch immer unter diesem Trauma leidet,  erst als ich mir Ihre Nachrichten noch einmal angesehen habe …

    Schade, dass sie sich bewusst war, dass sie bei wachsender Nähe um sich schlägt und nicht in der Lage war, es zu vermeiden...

  • 09.07.26, 23:21

    Rationalität ist für mich ein wirksames Werkzeug, um Gefühle (besonders die negativen) im Zaum zu halten. Und sie führt zu zufriedener Besonnenheit, weil ich keine Energie für Blödsinn verschwenden muss.

    Dass "die Gesellschaft" ansich gefühlstot und abgestumpft ist, sehe ich nicht so. Einzelne Menschen oder Gruppen vielleicht eher, aber auch bei denen passieren im Inneren Dinge, die man von außen nicht wahrnimmt.

    Mit dem Älterwerden entwickeln wir Schutzmechanismen, die durchaus sinnvoll sein können und Rationalität hilft, deren Notwendigkeit einzuordnen. 

    Wie offen man auf die Welt zugeht, kann bei Älteren eine bewusste Entscheidung sein, während Jüngere darüber gar nicht so viel nachdenken (müssen)...

  • 09.07.26, 11:00

     

    Franz:

     

    Waldgeist:

    Ich habe trotzdem gehofft, dass wir diesen Schutzpanzer gemeinsam überwinden können, weil wir uns mit der Zeit sehr nahe gekommen sind. Umso enttäuschender war es , dass am Ende genau das eingetreten ist, wovor sie mich von Anfang gewarnt hatte. Als ich ihr wirklich nahe war, wurde sie mir gegenüber ungerecht und verletzend. 

    Wenn Menschen aus freiem Herzen negatives über sich erzählen, soll man das unbedingt ernst nehmen - es stimmt praktisch immer.


     Das hat sie mir gleich zu Beginn mitgeteilt und es hat sich dann doch eine sehr intensive Freundschaft entwickelt !   Es war mir überhaupt nicht bewusst,  dass sie noch immer unter diesem Trauma leidet,  erst als ich mir Ihre Nachrichten noch einmal angesehen habe …

  • 09.07.26, 10:49

     

    Waldgeist:

    Ich habe trotzdem gehofft, dass wir diesen Schutzpanzer gemeinsam überwinden können, weil wir uns mit der Zeit sehr nahe gekommen sind. Umso enttäuschender war es , dass am Ende genau das eingetreten ist, wovor sie mich von Anfang gewarnt hatte. Als ich ihr wirklich nahe war, wurde sie mir gegenüber ungerecht und verletzend. 

    Wenn Menschen aus freiem Herzen negatives über sich erzählen, soll man das unbedingt ernst nehmen - es stimmt praktisch immer.

  • 09.07.26, 10:17

    Die Lebenserfahrungen und Enttäuschungen im Alter,  können oft prägend für das ganze Leben sein ! 
    Eine Freundin hat mir , als wir uns kennengelernt haben, gleich zu Beginn erzählt, dass sie sich nach ihren beiden gescheiterten Ehen einen Schutzpanzer aufgebaut hat. Sie hat mir mitgeteilt, dass sie sehr ungerecht und  gemein werden kann, wenn sie merkt, dass ihr jemand emotional zu nahe kommt.

    Nach den Enttäuschungen, die sie erlebt hat , der erste Mann ist fremdgegangen, obwohl sie gemeinsam eine Firma aufgebaut hatten, und der zweite war psychisch schwer krank und hat schließlich Suizid begangen , wollte sie einfach niemanden mehr wirklich an sich heranlassen. Dabei war sie eigentlich ein unglaublich liebenswürdiger Mensch.

    Ich habe trotzdem gehofft, dass wir diesen Schutzpanzer gemeinsam überwinden können, weil wir uns mit der Zeit sehr nahe gekommen sind. Umso enttäuschender war es , dass am Ende genau das eingetreten ist, wovor sie mich von Anfang gewarnt hatte. Als ich ihr wirklich nahe war, wurde sie mir gegenüber ungerecht und verletzend.

    Heute frage ich mich manchmal, ob ein Schutzpanzer einen Menschen zwar vor neuen Verletzungen schützen soll, gleichzeitig aber auch verhindert, dass Nähe, Vertrauen und Liebe überhaupt noch eine echte Chance bekommen.

    Vielleicht l ist das auch ein Grund,  warum manche ältere Menschen sehr sparsam mit Gefühlen umgehen . Einfach als Schutz vor neuerlichen Verletzungen und Enttäuschungen 🙋‍♂️


     

  • 08.07.26, 18:22
    ✗ Dieser Inhalt wurde von Nane wieder gelöscht.
  • 06.07.26, 13:07

    Meiner Meinung nach werden ältere (nicht nur) Leute nicht gefühlstot, sondern gehen einfach vorsichtiger mit Gefühlen um. Meist geht es um Enttäuschungen, die wir erlebt haben und vielleicht werden gerade deswegen Gefühle weniger offen gezeigt. Gefühle können eine wunderschöne emotionale Empfindung sein, auf der anderen Seite können sie auf den einzelnen jedoch auch extrem "zerstörerisch" wirken. Rationales Denken ist dann fast nicht mehr möglich, oder wird verdrängt. Man hat Angst, gesellschaftlich einen erneuten Rückschlag zu erleben.

  • 05.07.26, 20:32

    Dann halt begrenzt rational, aber immer noch rational.   

  •  

    Senftube:

     

    Schwarzgelber Mutbürger:

     

    Aus meiner Sicht ist Rationalität rein sachorientiert und blendet Gefühle weitgehend aus
    um möglichst objektiv zu bleiben? 

    Also für mich heißt Rationalität nicht, dass man keine Gefühle empfindet.
    Man geht nur rational(er) mit ihnen um.

    Ich würde Dir soweit recht geben, dass man sachliche Bewertung und Gefühle in Einklang 
    bringen sollte, aber oft geht dies, meiner Erfahrung nach, nicht gleichzeitig, gerade wenn
    man zum Beispiel unter Menschen ist, merken die, wenn man die Situation permanent a-
    nalysiert und bewertet und hinterläßt ein ungutes Gefühl bei ihnen, so dass man selbst 
    eher im Moment Leben sollte, erst wenn man dann wieder allein ist, diese Erfahrung mit 
    den Menschen analysieren und bewerten?

  • 05.07.26, 16:40
    1000039207.jpg
  • 05.07.26, 16:38 - Zuletzt bearbeitet 05.07.26, 16:47.

    Gefühle und Rationalität sind kein Gegensatz.

     

    Nicht auf seine Gefühle zu hören, macht unglücklich, unzufrieden.

     

    Sich von seinen Gefühlen versklaven zu lassen, macht ebenso unglücklich, unzufrieden.

     

    Wie überall ist es die Balance, die für jeden wieder unterschiedlich ist. Hier die richtige Balance zu finden, ist eine Lebensaufgabe, die manche früher, manche später, manche nie lösen. Und mal in Balance zu sein, garantiert nicht, für immer dort zu bleiben.

  • 05.07.26, 15:38

     

    Schwarzgelber Mutbürger:

     

    Senftube:

    Wieso sollte Rationalität nicht glücklich machen können?
    Nicht Rationalität allein, aber Rationalität in Verbindung mit Gefühlen?

    Aus meiner Sicht ist Rationalität rein sachorientiert und blendet Gefühle weitgehend aus
    um möglichst objektiv zu bleiben? 

    Also für mich heißt Rationalität nicht, dass man keine Gefühle empfindet.
    Man geht nur rational(er) mit ihnen um.

  •  

    Senftube:

    Wieso sollte Rationalität nicht glücklich machen können?
    Nicht Rationalität allein, aber Rationalität in Verbindung mit Gefühlen?

    Aus meiner Sicht ist Rationalität rein sachorientiert und blendet Gefühle weitgehend aus
    um möglichst objektiv zu bleiben? 

  • 05.07.26, 15:28

    Wieso sollte Rationalität nicht glücklich machen können?
    Nicht Rationalität allein, aber Rationalität in Verbindung mit Gefühlen?

  • Ich denke nicht, dass unsere Gesellschaft zunehmend abgestumpfter oder gar gefühlstoter ge-
    worden ist, durch die Vielzahl der Krisen ist es nur viel schwieriger sich allen so zu widmen, wie
    sie es verdienen würden....

    mit zunehmenden Alter wird man lediglich eigensinniger darin, was Aufmerksamkeit verdient, 
    aber ich gebe Dir recht, dass man mit Rationalität, nicht die Gefühlsebene erreicht, aber ein ge-
    wisses Mass an Zufriedenheit, durch die man sich dann eben auch mal fallen lassen kann, um 
    seinen Gefühlen intensiv nachzugehen und eben nicht permanent nur "Opfer seiner Gefühls-
    welt" ist, mit Schwankungen zwischen Wolke 7 und zu Tode betrübt🍿‼️

  • 05.07.26, 12:50 - Zuletzt bearbeitet 05.07.26, 13:05.

    Ein alter Thread - aktueller denn je,  wie ich meine!

     

    Ich denke, das Gegenteil ist der Fall! DAS was Du ansprichst ist m. E. ein zunehmeder Schutzmechanismus, da das Netz uns eine Verfügbarkeit bietet, die eben auch verletzt und verletzlich macht. Hinzu kommt diese gewisse Optimierung, die uns durch eine Flut von Werbung / Influenzer auf allen Kanälen entgegenschlägt ... ➡️ wie wir zu sein haben🙃 🙄🫣❗️

    "C" und das aktuelle Weltgeschehen hatte/hat ihr Übriges ( Polarisierung) dazu beigetragen. DEM fügt sich unser Alltag an, in dem wir unter immer mehr Druck zu funktionieren haben, und in dem wir gläserner eine gewisse Fassade aufrecht zu erhalten versuchen.

    Das kann auf Dauer nicht funktionieren !

     

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