Eine gemeinsame Reise durch Lebensgeschichte, Vergänglichkeit, Sehnsucht, Nähe und neue Verbindungen
Wir leben in einer Kultur, in der Jugendlichkeit einen hohen Stellenwert hat. Über das Älterwerden sprechen wir dagegen erstaunlich wenig – zumindest nicht darüber, was diese Lebensphase innerlich mit uns macht. Dabei beginnen irgendwann Fragen aufzutauchen, die früher vielleicht weniger wichtig waren.
Angesprochen sind vor allem Menschen ab etwa 60, die sich mit den Veränderungen und Möglichkeiten dieses Lebensabschnitts auseinandersetzen möchten. Diese Phase des Lebens bringt eigene Übergänge, Freiräume, Verluste, Möglichkeiten und Fragen mit sich. Entscheidend sind für uns dabei Offenheit, Neugier und die Bereitschaft, sich auf andere Menschen und deren Erfahrungen einzulassen.
Dabei geht es nicht um einen Vortrag über das Alter. Und auch nicht um eine Therapiegruppe. Es soll der Anfang von etwas Gemeinsamen werden – eines Weges, auf dem wir miteinander sprechen, zuhören, nachdenken, lachen und uns vielleicht auch ein Stück anders kennenlernen, als es bei üblichen Freizeitveranstaltungen möglich ist.
Unser Wunsch ist nicht, eine einmalige Veranstaltung abzuhalten und danach wieder auseinanderzugehen. Wir möchten Menschen zusammenbringen, zwischen denen sich möglicherweise eine lebendige Gemeinschaft und neue Freundschaften entwickeln: gemeinsam essen, spazieren gehen, Kultur erleben, Ausflüge machen, diskutieren, Neues ausprobieren – und gelegentlich auch über Dinge sprechen, für die im Alltag oft kein Raum ist.
Dazu können auch persönliche Themen gehören: Einsamkeit und Sehnsucht, der Wunsch nach Nähe, Zärtlichkeit und Berührung, Partnerschaft oder Sexualität – ohne dass jemand etwas von sich preisgeben muss, was er nicht teilen möchte.
Ob daraus tatsächlich etwas entsteht, lässt sich nicht planen. Aber wir können Bedingungen schaffen, unter denen es möglich wird.
Welche Reisegefährten wünschen wir uns?
Dabei geht es weder um Partnersuche noch um Selbsterfahrung im therapeutischen Sinne. Es geht um Begegnung.
Wie wir miteinander ins Gespräch kommen
Unsere Gruppe kann aus einer größeren Zahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern bestehen. Um uns zu den Themen unserer Reise auszutauschen, werden wir alle Teilehmerinnen und Teilnehmer unserer Gruppe zu Aktivitäten einladen, die sich jeweils mit einem anderen Thema beschäftigen. Für den persönlichen Austausch teilen wir uns bei einer Aktivitätjedoch regelmäßig in wechselnde Dreiergruppen auf. In einer größeren Runde bleibt vieles zwangsläufig an der Oberfläche. In einer Dreiergruppe entsteht dagegen genügend Raum, um wirklich zuzuhören, eigene Gedanken zu entwickeln und persönlicher miteinander ins Gespräch zu kommen – ohne die Intensität eines Gesprächs zu zweit.
Die Gespräche erhalten jeweils einen klaren Rahmen und eine gemeinsame Fragestellung. Jeder bekommt seinen eigenen Raum zum Sprechen und Zuhören. Anschließend bleibt Zeit für den freien Austausch miteinander.
Im Laufe eines Treffens werden die Dreiergruppen immer wieder neu zusammengesetzt. So begegnen wir unterschiedlichen Menschen und Sichtweisen und vermeiden, dass sich von Beginn an feste Grüppchen bilden. Was in einer Dreiergruppe persönlich oder vertraulich erzählt wird, bleibt dort. In die gemeinsame Runde bringt jeder nur das ein, was er selbst teilen möchte.
So verbinden wir die Vielfalt einer größeren Gruppe mit der Vertrautheit kleiner Gesprächsrunden.
Soweit möglich sollen sich die Teilnehmer einer Aktivität paritätisch aus Männern und Frauen zusammensetzen. Das fördert die Betrachtung der Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Unser Ziel ist, einander nicht nur kennenzulernen, sondern einander wirklich zu begegnen.