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  • neue Wohnformen bei Wunsch nach Distanz aber gemeinsamer Betreuung der Kinder

    Diskussion · 2 Beiträge · 2 Gefällt mir · 246 Aufrufe
    Ste aus Winterthur

    Liebe Forumsteilnehmer

     

    Ich schreibe diesen Beitrag, weil ich gerne in die Runde fragen würde, ob meine Idee für eine alternative Wohnform für Elternteile, welche das Getrenntleben und die gemeinsame Sorge um die Kinder hinsichtlich Wohl der Kinder, die eigene Wohnsituation und die finanzielle Tragbarkeit der Lösung unter einen für möglichst alle bequemen und passenden Hut zu bringen. 

     

    Ich bin Immobilienentwickler von Beruf (kommerzielle Konzepte, nicht Architektur), sehe die Knappheit von bezahlbarem Wohnraum als eine der grossen Herausforderungen dieser Zeit, bin auf die nachfolgende Idee aber aus der eigenen privaten Situation gestossen, so dass sich hier beide Bereiche meines Lebens etwas überschneiden.

     

    Hintergrund

     

    Die Mutter unserer Kinder und ich sind schon vor einiger Zeit übereingekommen, dass wir uns innerlich voneinander trennen sollten um uns nicht länger zu streiten, aber zum Wohl der noch schulpflichtigen Kinder als Familie im gemeinsamen EFH zusammen wohnen bleiben, aber ausserhalb des gemeinsamen Familiensitzes jeder sein eigenes Leben leben darf. Klingt schon mal gut, aber auch wenn die emotionale Komponente zwischen ehemaligen Liebespaaren weg ist, bleibt noch genügend Potenzial, um sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen. 

     

    Somit sind wir zum Schluss gekommen, dass wir auch etwas mehr räumliche Distanz benötigen, um glücklich(er) zu sein. Was wir sicherlich nicht wollen, ist die klassische Lösung, nämlich das Haus aufzugeben und zwei eigenständige neue Wohnsitze zu begründen und die Kinder dazwischen pendeln zu lassen. Was wir auch nicht wollen, ist dass nur der eine das Haus als Wohnsitz erhält und der andere sich - vor allem aus finanziellen Gründen - seine Wohnsituation deutlich verkleinern muss und gar nicht mehr im Haus wohnen darf. 

     

    Lösungsidee

     

    Die nun von uns vorgesehene Lösung ist nun, dass unser EFH das "Haus der Kinder" wird und wir abwechselnd für 2 bis 3 Tage alleine mit den Kindern im Haus wohnen, dann den Platz dem anderen überlassen und an 1 bis 2 Tagen pro Woche alle gemeinsam im Haus wohnen, welches zum Glück über genügend Zimmer verfügt, so dass jeder seinen eigenen Bereich hat.

     

    Die Frage bleibt aber: wo wohne ich in den 2 bis 3 Tagen, in  welchen in nicht mit den Kindern im EFH wohne? Irgendwo eine kleine Wohnung zu nehmen und dort alleine zu wohnen, finde ich nicht so wirklich eine gute Idee, da ich gerne in Gesellschaft bin und den Austausch mit interessanten Menschen zu diesem und jenem Thema sehr schätze. In eine "normale" WG zu ziehen wäre auch eine Idee, aber schön bzw. komfortabel sind die meisten WGs ja nicht gerade, die Objekte sind vielfach auch nicht wirklich attraktiv und die Miete für das Gebotene eigentlich zu hoch bzw. ist das Risiko, dass bei nur 4 oder 5 Bewohnern irgendwann die Chemie untereinander doch nicht mehr so stimmt, auch nicht von der Hand zu weisen.  

     

    Eine Gross-WG mit 10 bis 20 oder noch mehr Personen wäre aus meiner Sicht ideal, damit fast sicherlich immer jemand da ist, mit welchem man sich unterhalten oder etwas unternehmen könnte.

     

    Die Herausforderung ist: solche Wohnformen gibt es eigentlich fast nicht und dass genügend grosse,, für solche Projekte taugliche Objekte zur Miete ausgeschrieben werden, ist eher selten. 

     

    Was es aber reichlich gibt ist, dass sehr grosse, für nur eine Familie fast unsinnig grosse Häuser zum Verkauf ausgeschrieben werden. Diese Objekte könnten nach einen Kauf gut in eine moderne Gross-WG Wohnform in einem schönen und wertigen Objekt umgenutzt werden, in welcher entweder Pendler zwischen zwei Wohnformen wie ich oder auch permanent Wohnende mit Wunsch nach Austausch einziehen könnten. 

     

    Die Idee wäre nun, dass pro Objekt eine Genossenschaft von Selbstnutzern bzw. von Selbstnutzern und allenfalls Investoren gegründet wird und diese Gruppe als Genossenschaft die Liegenschaft kauft und betreibt. 

     

    Für das untenstehende Objekt (ist nicht meines und ich bin daran auch nicht in irgendeiner Form beteiligt, es ist nur ein Beispiel) wäre der Eigenkapitalbedarf für den Kauf zu CHF 1'350'000 bei 10 Genossenschaftern z.B CHF 27'000 für einen Anteil von 1/10 am Ganzen und für das damit verbundene exklusive Nutzungsrecht an einem Raum bzw. für die geteilte Nutzung der gemeinschaftlichen Räume. 

     

    Für Selbstkoten von ca. CHF 160/Monat (Hypothekarzins plus anteilige Unterhalts-/Betriebskosten) würde der Genossenschafter mit den Mitgenossenschaftern somit in den "eigenen vier Wänden" wohnen und nicht den Vermietern eine angemessene Rendite erwirtschaften, sondern bei sich zum Selbstkostenpreis residieren und natürlich auch das Recht haben, die eigenen Nutzungsrechte an Räumen an Dritte zu vermieten bzw. seinen Anteil an der Genossenschaft zu verkaufen, wenn sich seine Situation wieder ändern sollte.

     

    Beispiel eines Objekts für Umnutzung:

     

    PREISHIT! HOFJUWEL - TIERFREUNDLICH MIT XXL BAULAND

     

    Die Frage in die Runde wäre nun, finde nur ich so ein Modell interessant oder gäbe es noch genug andere Personen (nur in diesem Forum, welches aber wohl einen guten Querschnitt der Bevölkerung aufweist), welche in solchen Wohnprojekten, welchen den vorhandenen Raum optimal nutzen würden, mitmachen und diese mitgestalten und beleben würden. Allenfalls gibt es auch interessierte Architekten.

     

    Auf Eure Inputs bin ich gespannt

    22.05.26, 14:14

Beiträge

  • 22.05.26, 14:55

    Ich verstehe den Wunsch in einer Groß-WG zu wohnen absolut. Und soweit ich das verfolge, ist diese Art zu wohnen im Kommen, auch unter dem Stichwort Mehrgenerationen.

    Es gibt Privatsphäre und wenn gewünscht Gemeinschaft oft zu einem abnehmbaren Preis. Was will man mehr?

  • 22.05.26, 14:27 - Zuletzt bearbeitet 22.05.26, 14:34.

    Gestern las ich irgendwo: Die wenigsten Paare müssen sich trennen.

    Habs gefunden:
    https://www.facebook.com/photo/?fbid=978259421608140&set=pcb.978259541608128

    Warum ich daran erinnert wurde? Aus deinem Text springt mir dein extremer Bedarf nach Kontakt entgegen. Du suchst im Außen, bevor du überhaupt Kontakt zu dir selbst hast. Ja, jetzt ächzen wieder etliche Mitleser, weil ich klar und direkt sage, was Sache ist. Manche Menschen denken nach :)

    Ansonsten finde ich alternative Wohnkonzepte super, befürchte eben nur, dass wenn's öfters mit Partnern und anderen nicht klappt, dass es eben auch dort schwierig wird. Es gibt keine Beziehungen ohne Konflikte und die meisten beruhen schlicht auf Projektionen.

    Irgendwie schmunzele ich aber auch. Für ein Problem wird keine schnelle Lösung gefunden, da kompensiert man lieber mit Überlegungen zu locker 5 neuen Problemen 😅

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