In unangenehmen Situationen reagiert oft nicht der Erwachsene — sondern das innere Kind, das noch immer Angst, Zurückweisung, Verlassenheit oder Unsicherheit in sich trägt.

In unangenehmen Situationen reagiert oft nicht der Erwachsene — sondern das innere Kind, das noch immer Angst, Zurückweisung, Verlassenheit oder Unsicherheit in sich trägt.

Elly:
Sabrina:
spannendes Thema!
Das stimmt wohl, dass die Erfahrungen in der Kindheit einen so immens prägen und teilweise in Reaktionen sichtbar wird, wo Mangel/Schmerz/Wunsch nach Heilung etc. heute besteht. Allerdings bin ich auch davon überzeugt, wenn Menschen sich bewusst werden, dass da etwas aus der Kindheit mitschwingt, was jemand „negativ“ beeinträchtig, jeder daran auch arbeiten kann.Ich bin da deiner Meinung.
In einem Artikel, den ich vor kurzem gelesen habe, ging es um Traumata die sich über Generationen ziehen, ausgelöst durch toxische Erziehungsmethoden der Eltern.
Kommen wir in Situationen, in denen wir uns nicht mehr zu helfen wissen, greift unser Gehirn auf erlernte Verhaltensweisen bei der Kindeserziehung zurück. Das kann dafur sorgen, dass man sein Kind anschreit oder villeicht sogar schlägt, obwohl eigentlich genau das damals bei einem selbst für psychischen Schaden gesorgt hat.
Wenn nur einer in dieser Kette sein Verhalten reflektiert und an sich arbeitet, kann dieses Generationstrauma gestoppt werden.
Deswegen mag ich auch sehr den Satz "Vergangnheit kann erklären, aber nie rechtfertigen."
Auch das ist ein spannendes Thema für sich. In deinem Beispiel sehr nachvollziehbar. Ein Kind speichert die erlebten und gesehenen Verhaltensweisen, auch wenn diese negativ sind. Einerseits werden so viele Verhaltensweisen unbewusst angelegt und andererseits reagiert das Kind auf das Vorgelebte und entwickelt Überlebensstrategien. Für mich ist das wie eine Programmierung vom System. Eine Veränderung ist möglich, aber die Überschreibung braucht viel Zeit und ist mit viel bewusster Persönlichkeitsarbeit verbunden.
Doch ich frage mich auch, wie viel von Generation zu Generation weitergegeben wird und sich schon in unserem System eingeprägt hat, auch wenn es nie als Verhaltensweisen sichtbar wurde.
Ich beobachte, dass sich viele Themen im Leben wiederholen.
Sabrina:
spannendes Thema!
Das stimmt wohl, dass die Erfahrungen in der Kindheit einen so immens prägen und teilweise in Reaktionen sichtbar wird, wo Mangel/Schmerz/Wunsch nach Heilung etc. heute besteht. Allerdings bin ich auch davon überzeugt, wenn Menschen sich bewusst werden, dass da etwas aus der Kindheit mitschwingt, was jemand „negativ“ beeinträchtig, jeder daran auch arbeiten kann.
Ich bin da deiner Meinung.
In einem Artikel, den ich vor kurzem gelesen habe, ging es um Traumata die sich über Generationen ziehen, ausgelöst durch toxische Erziehungsmethoden der Eltern.
Kommen wir in Situationen, in denen wir uns nicht mehr zu helfen wissen, greift unser Gehirn auf erlernte Verhaltensweisen bei der Kindeserziehung zurück. Das kann dafur sorgen, dass man sein Kind anschreit oder villeicht sogar schlägt, obwohl eigentlich genau das damals bei einem selbst für psychischen Schaden gesorgt hat.
Wenn nur einer in dieser Kette sein Verhalten reflektiert und an sich arbeitet, kann dieses Generationstrauma gestoppt werden.
Deswegen mag ich auch sehr den Satz "Vergangnheit kann erklären, aber nie rechtfertigen."
gene und kindheit und gesundheit prägt alles beim meschen.das kann er auch nicht mehr ändern, egal wie sehr er es versucht.
Nicht nur in "unangenehmen Situationen", ich selbst fühle mich am wohlsten, wenn ich mich
nicht gesellschaftskonform Verhalten muss und meinem "inneren Kind" Gelegenheit zur Ent-
faltung gebe, von daher bin ich mir gar nicht so sicher, ob ich meine Kindheit wirklich schon
hinter mir gelassen habe und Erwachsen geworden bin 😁😉🎉
Aber ich denke, dass wenn man ganz gut alleine zurecht kommt, dann braucht man auch keine
Angst davor haben, verlassen zu werden, dies nimmt viel Druck und man kann bei unangeneh-
men Situationen gelassener reagieren🦉
ich beschäftige mich intensiver mit diesem Thema. Das Buch von Stefanie Stahl: Das Kind in dir muss Heimat finden, ist für mich ein Augenöffner und ermutigt auch konstruktiv mit dem Thema umzugehen und Verantwortung zu übernehmen.
Ich denke, dass vieles von dem, was du beschreibst, Zurückweisung, Angst, Verlassenheit oder Unsicherheit zu den grundlegenden Urängsten jedes Menschen gehört, unabhängig davon, wie seine Kindheit war.
Heute habe ich oft den Eindruck, dass man es sich zu einfach macht, wenn nahezu alles auf die Kindheit zurückgeführt wird und automatisch nach einem Verantwortlichen gesucht wird , meist bei den Eltern. Natürlich prägt die Kindheit einen Menschen, aber sie entscheidet nicht allein darüber, wie ein Mensch später handelt !
Ein Freund von mir ist mit zwei alkoholkranken Eltern aufgewachsen und wurde regelmäßig brutal misshandelt. Trotzdem wurde er später ein fürsorglicher Familienvater und hat seine eigenen Kinder niemals geschlagen. Gerade weil er selbst erlebt hat, wie schlimm so etwas ist, wollte er diesen Kreislauf bewusst durchbrechen.
Ähnlich war es auch in der Familie meines Vaters. Mein Vater und mein Onkel sind unter denselben Verhältnissen aufgewachsen , strenge Erziehung, einfache Verhältnisse, zwölf Kinder insgesamt und die Auswanderung aus Italien. Trotzdem haben sie sich später völlig unterschiedlich entwickelt. Mein Onkel hat seine Kinder regelmäßig geschlagen, während mein Vater niemals gewalttätig wurde. Nicht weil ich immer brav gewesen wäre, sondern weil Gewalt für ihn ein absolutes Tabu war. Für ihn war die eigene Kindheit eher eine Abschreckung als ein Vorbild.
Deshalb bin ich überzeugt , dass nicht nur die prägende Kindheit entscheidend ist, sondern auch der Charakter eines Menschen, seine eigenen Entscheidungen und die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen ! 🙋♂️
Sehr stark, ich habe viel Schlechtes erlebt.
Und vieles spielt sich da auf einer unbewussten Ebene ab.
Manche Dinge sind mir bewusst ,doch um Änderungen zu bewirken, muss ich das spüren.
spannendes Thema!
Das stimmt wohl, dass die Erfahrungen in der Kindheit einen so immens prägen und teilweise in Reaktionen sichtbar wird, wo Mangel/Schmerz/Wunsch nach Heilung etc. heute besteht. Allerdings bin ich auch davon überzeugt, wenn Menschen sich bewusst werden, dass da etwas aus der Kindheit mitschwingt, was jemand „negativ“ beeinträchtig, jeder daran auch arbeiten kann.
Ich antworte kurz und knapp: Sehr stark!
Und schönes Bild mit Teddy und Pfad😊
Mhh, wie stark prägt die Kindheit mein heutiges Leben?
Keine Ahnung...
Aber ich hab irgendwie den Drang es jetzt in meiner Beziehung und in der Erziehung unseres Sohnes es "irgendwie besser zu machen".
Mehr Beständigkeit, mehr einander zuhören.
Ausgeglichenheit
Keine wutausbrüche
und wenn doch, dann ruhig und souverän reagieren...
Klappt allerdings nicht immer so wie ich mir das vorstelle🙈
Ich mach mir jetzt schonmal notizen mit möglichen Antworten, falls mein Sohn mal in ein paar Jahren ankommt und sagt, dass seine Kindheit nicht ganz so super war, wie vielleicht die von seinen Freunden oder so😯
Raffaele:
Ich bin mit 3 Monaten zu den Grosseltern gebracht worden, sie und meinen Tanten und Onkeln haben mich über alles geliebt, das hat mich für den Rest meinem Leben geprägt. Als ich mit 12, ohne das ich wollte in der Schweiz kam, war für mich eine Weltuntergang. ich war richtig traumatisiert. ich integrierte mich schnell, ich habe ein schönes Leben gehat, war erfolgreich, eine wunderbare Frau, leider ist sie nicht mehr da, aber dieser Kulturschock begleitet mich heute mit 70 noch.
Gibt es Leute, die auch das erlebt haben?
Raffaele
Puhhh ein unfreiwilliger kulturschock ist hart. So eine heftige Erfahrung hatte ich jetzt nicht doch meine beiden Schwestern sind auch unfreiwillig mit unserer Mutter und meinem Vater von Polen nach Deutschland gekommen als sie 12 und 13 Jahre alt waren. Aber ich glaub das war jetzt kein großer Kulturschock😅 So groß unterscheiden sich die Deutschen und die Polen nicht🤷♀️
(Oder waren die doch auf eine gewisse Art und Weise traumatisiert🤔 hab mich da mit denen nie so richtig drüber unterhalten... oh nein, ich bin eine miese Schwester😯)
Naja, Raffaele was du erlebt hast, das ist schon einiges.
Manchmal hilft das wirklich, sich mit anderen Leuten, die ähnliches erlebt haben, auszutauschen.
Als ich vor langer Zeit mich von meiner exFrau getrennt habe, meine Fragen nicht beantwortet werden konnten und ich mit vielen Fragezeichen zurückgelassen wurde... habe ich versucht durch die "innere Kind" Thematik die Beziehung/Ehe zu reflektieren.
Dabei habe ich das Verhalten von meiner exFrau nicht nur wiedergesehen, sondern auch verstanden. Durch das Verständnis konnte ich Verzeihen und abschließen.
Was aber viel wichtiger war... ich lernte mich und meine Glaubenssätze besser kennen.
Auf einmal war es so, als wenn Du Dich umdrehst und der Nebel sich verzogen hat und du auf einmal verstanden hast, WARUM Du in manchen Situationen so fühlst, warum Du so reagierst.
Diese Glaubenssätze werden meistens in den ersten 12 Lebensjahren geprägt... und bleiben ein Lebenlang gespeichert in Deinem Unterbewußtsein. Jedes Mal wenn ein äußerer Umstand diese "unbewußte" Erinnerung wieder hervorholt (triggert) kommen die selben Emotionen hoch wie damals als Du es als erstes Mal gespürt hast.
(Es könnten aber auch im Erwachsenen Alter "Trauma" auslösen.)
Ich habe daraufhin meine Mutter damit konfrontiert, die einen "Heilungs-Satz" sagte, der quasi das Gegenargument zum Glaubenssatz war.
Ich lernte aber auch die Glaubensätze in mir zu "heilen".
Dieser "Trigger" ist wie ein Lichtschalter, den jeder in deinem Umfeld anschalten kann ohne es zu wissen. Nur nachdem Du es gemacht hast, wirst Du als Auslöser die volle Konsequenz zu spüren bekommen (oder einen tief traurigen/verletzten gegenüber erleben).
Jeder kennt den Spruch "Aus einer Mücke einen Elefanten machen".
Es kann passieren Du bist jahrzehntelang mit einer Partnerin glücklich zusammen und eines Tages ist sie total wütend oder tottraurig und Du verstehst die Welt nicht mehr.
Stell Dir vor Du bist in einem dunklen Raum, willst eigentlich zum Klo und keinen wecken, tastest Dich mit den Händen vor und dann geht das Licht an. So kann man sich einen Trigger vorstellen.
Oftmals erlebt man dann den gegenüber "kindisch", weil quasi das Kind von damals aus dem Menschen redet... oder durch Projektion quasi man die Eltern (des gegenüber) reden hört.
("Projektion" ist, wenn man quasi das Verhalten eines anderen Menschen auf jemand anderes "überträgt".)
Bsp: Die Partnerin projiziert das Verhalten ihres Vaters auf Dich und ihre Tochter (so war es bei exFrau) oder das Verhalten des exMannes auf Dich, was die selbe mangelnde Wertschätzung wie damals hervorholt und die (unbegründete) Angst es würde wieder passieren.
Ich finde dieses Wissen über das innere Kind, seine Schutzstrategien (Narzismus, Perfektionismus...) und das Erwachsene Ich sollte eigentlich Standardlektüre in der Schulzeit sein.
Wenn Du oder Euer gegenüber im Alltag oder Gesprächen genau so einen Schmerz oder Verletzung wahrnimmt, schreibt es auf! Was hat der gegenüber gesagt/getan, wie habt ihr gefühlt.
Wenn ihr euch wieder reguliert habt, versucht Euch zu erinnern wann ihr genau dies schon mal durchlebt habt. So kann man seine Glaubenssätze identifizieren.
Neben diesen Psychologischen Auswirkungen, gibt es aber auch "biologische" Verhalten, die mit diesen inneren Kind nichts zu tun haben, bei dem Partner/Gegenüber sich aber so anfühlen (da wären wir im neurodivergenten Bereich, wie AD(H)S, ADS etc.
(Das "innere Kind" ist auf die Psychologie von Jung, die nach dem "Ursache-Wirkungs-Prinzip" basiert, d.h. jede Wirkung im Hier und Jetzt hat eine Ursache/Wurzel in der Vergangenheit.
Ich persönlich finde aber die Mischung aus Jung und die Psychologie von Adler am Besten.
Adlers Psychologie ("Du muss nicht von allen gemocht werden") schaut nicht in die Vergangenheit, sondern in das HIER und JETZT.
Ein "spirutueller" Ansatz verfolgt noch Alex Loyd, der die "negativen Bilder" in uns durch positive Bilder ersetzt und herausfand, dass diese "Bilder" auch Auswirkungen auf die Gesundheit haben (Krebs etc.))
Ich glaube, die Kindheit prägt extrem stark, ich kann es mir gar nicht anders vorstellen.
Wenn man jedoch unter dieser Prägung leidet, ist das natürlich nicht gut und man kann vielleicht daran arbeiten, dieses Leid zu verringern.
Ansonsten - sind wir, wie wir es gesehen und erlebt haben.
Ich glaube schon, dass die Kindheit einen stärker prägt, als vielen bewusst ist. 🧠✨
Gerade in schwierigen Momenten reagieren oft alte Verletzungen oder Ängste, die viel tiefer sitzen als die eigentliche Situation. 💭💔
Aber ich finde auch: Die Vergangenheit erklärt vieles - sie muss nicht die Zukunft bestimmen. 🌱
Menschen können heilen, an sich arbeiten und lernen, anders mit Dingen umzugehen. 🤍
Und oft entstehen genau daraus Reife, Empathie und innere Stärke. ✨
Ich bin mit 3 Monaten zu den Grosseltern gebracht worden, sie und meinen Tanten und Onkeln haben mich über alles geliebt, das hat mich für den Rest meinem Leben geprägt. Als ich mit 12, ohne das ich wollte in der Schweiz kam, war für mich eine Weltuntergang. ich war richtig traumatisiert. ich integrierte mich schnell, ich habe ein schönes Leben gehat, war erfolgreich, eine wunderbare Frau, leider ist sie nicht mehr da, aber dieser Kulturschock begleitet mich heute mit 70 noch.
Gibt es Leute, die auch das erlebt haben?
Raffaele
In de Regel prägt uns die Kindheit ein Leben lang. Bin aber der Meinung dass es Sachen gibt die über die Jahre den Charackter ändern können. Hatte eine schlechte Jugend, mir hat aber der Glaube an Jesus Christus mein Selbstwertgefühl und auch irgendwie das Bewusstsein auf einem
guten Weg zu sein, extrem gesteigert. Dies hat zur Folge dass alte Verhaltensmuster von der Kindheit her abgebaut werden können. Mann muss aber auch offen sein dafür.