Bringing sounds of yesterday into my city room
Der Narzissmus war bislang kein zentrales Thema der phänomenologischen Psychopathologie. Dabei ist das Phänomen allgegenwärtig – als Modewort, als Struktur gesellschaftlicher Beziehungen, als klinische Diagnose. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Welche Erfahrungen fehlen, wenn der Blick der anderen wichtiger wird als das eigene leibliche Spüren? – Die Vorlesung entwirft eine phänomenologisch fundierte Analyse des Narzissmus. Sie beschreibt das narzisstische Selbstverhältnis als Ausdruck einer existenziellen Leere: eines Mangels an leiblich gespürtem Selbstwert, der durch äußere Bestätigung, Schönheit oder Macht nicht dauerhaft gestillt werden kann. Damit erweist sich der Narzissmus als ein radikales ebenso wie universelles Phänomen – eine grundlegende Möglichkeit des Menschseins. Zugleich wird er zu einem Spiegel der spätmodernen Seele: In einer Kultur der Subjektivierung – von Social Media bis Therapie, von Echo bis Instagram – gilt es umso mehr zu verstehen, warum der Wunsch nach Bewunderung nie satt macht.
Eine Vorlesung von Thomas Fuchs im SS 2026 an der Universität Heidelberg.

The lunatic is on the grass
Remembering games
And daisy chains and laughs
Got to keep the loonies on the path
Heidelberg ist schön, oder?







