Um mitzumachen, melde dich bitte an.
  • Der grosse Widerspruch der Liebe

    Diskussion · 117 Beiträge · 6 Gefällt mir · 1.734 Aufrufe
    Tony aus Langnau im Emmental

     

    Mit diesem Thread komme ich an ein vorläufiges Ende meiner Trilogie über die Liebe.

     

    Der geneigte Leser weiss, dass meine Threads eine längere Aufmerksamkeitsspanne als 30 Sekunden benötigen. Darum lese nur weiter, wenn du Freude am Denken und Lesen hast.

     

    Im ersten Thread der ‚Zwei Arten von Liebenden‘ haben wir darüber nachgedacht, was es braucht, um in einer Beziehung das Gleichgewicht zu halten.

     

    Im zweiten Thread ‚Die Liebes - DNA deines Lebens‘ versuchte ich das grundsätzliche Liebesverständnis eines jeden Menschen von einer donativen und einer possessiven Liebe aufzuzeigen.

     

    Dieser Thread hier erachte ich als bedeutend einfacher, weil er sich nicht mit der Tiefe unserer Seelen und ihrer Beschaffenheit beschäftigt, sondern mehr in der Anwendung der Liebe im täglichen Leben einer Partnerschaft oder auch anderswo.

     

    Ich glaube die reine Liebe ist eine freiwillige Antwort meines Herzens. Sie kann nicht erzwungen werden. Und trotzdem neigen wir dazu, die Liebe in ein Korsett zu stecken, damit ich ihr sicher sein kann. Das grösste Regelwerk der Liebe ist sicher das der Ehe. Es reicht von der Gesetzgebung, über die Religion und damit der Kultur, bis in die tiefsten Ecken unseres Herzens hinein.

     

    Zwei Menschen finden und verlieben sich. Ich glaube die Grundlage des Verliebtseins ist genau diese Freiwilligkeit, die wir als Paar automatisch institutionalisieren, sei es durch unsere Gewohnheiten und Erwartungen, oder sogar durch das Gesetz vor dem Traualtar.

     

    So stecken wir die Liebe immer tiefer in Zwänge, die ihr die Freiwilligkeit rauben und daraus eine Pflicht machen.

     

    Ich erachte das als der grosse Widerspruch der Liebe, ja, er erstickt sie regelrecht, im wahrsten Sinne des Wortes. Wer kann ihm entrinnen oder in einer Partnerschaft sogar auflösen?

     

    Deswegen die Ehe zu verteufeln, scheint mir sicher zu kurz gegriffen.

     

    Ich bin gespannt, was deine Meinung dazu ist.

    02.04.26, 17:41

Beiträge

  • Gestern, 15:21

    Peter, ich schaffe es im Kopf nicht, "Fortpflanzungstrieb" mit "Liebe" zu verknüpfen. Ist das nicht +/- unser derzeitiges gesellschaftliches Ideal, eine Konstruktion?

     

    Ich denke an sehr alte menschliche Lebensweisen in Gruppen, wo nur die Mutter bekannt gewesen ist. Gab es damals Liebe? Mutterliebe auf alle Fälle. Liebe zwischen Mann und Frau? Keine Ahnung.

     

  • Gestern, 15:17

     

    Mia:

    Nachtrag: man sollte achtsam mit der Seele seines Partners umgehen die Liebe ist doch ein nehmen und ein geben!

    Genau so achtsam wie mit der eigenen.

    "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."

     

    Frage: Gibt es zu viel oder zu wenig Eigenliebe auf der Welt? Oder wird sie gründlich mißverstanden?

  • Gestern, 15:16 - Zuletzt bearbeitet Gestern, 15:50.

    Eigentlich wäre es schön, an so einem Sonntag meine Zeit mit einer interassanten Frau zu teilen. Ich "flüchte" aber in mein theoretisches Liebesleben.

    Ich lade euch ein, mit mir zu flüchten und einen imaginären Oster-Sonntagsspaziergang zu machen., 

     

    Die meisten von uns hier sind ja schon zu alt dafür, aber:

    "Liebe" zwischen zwei Menschen, dass sie sich als Paar "finden" (binden...), hat "zuerst einmal" den simplen Grund, dass sie sich fortpflanzen müssen, um nicht auszusterben.

    Die primärste Grundmotivation, warum wir leben. (...warum wir lieben?...)

     

    Der Fortpflanzungstrieb ist in uns (in fast allen) angelegt: eine Partnerin, einen Partnerin zu suchen, zu finden, mit dem/der Vertrauen und Zusammensein spürbar wachsen kann und auszuhalten ist, beglückend ist und auch ein Gefühl da ist, dass es andauern und halten kann. 

    Dieses Grundgefühl braucht es, weil es Zeit braucht, Kinder in ihre Selbständigkeit zu begleiten.

     

    Dafür "gibt" es Liebe zwischen Frau und Mann, ist in uns Liebe, sind wir liebesfähig (liebesbedürftig).

    "Liebe ist nicht viel mehr!" Nur eine besondere "Kraft", die Mann und Frau zusammenführt. (Liebe kann wundervoll verkuppeln)

    Aber ist in ihrem Ursprung nur "funktional".

     

    Liebe ist nur einerseits freiwillig. Die Freiwilligkeit besteht darin, dass wir relativ frei sind, zu wem wir uns von der Liebe "hinziehen" lassen "möchten". (...ist aber auch nicht so sicher...)

     

    Andererseits ist Liebe ganz und gar nicht freiwillig.

    Der Fortpflanzungstrieb bestimmt uns dazu, "befielt" uns (schöner wär: lädt uns dazu ein; aber es ist nicht so), eine Partnerschaft einzugehen. (Die dann als Liebesbeziehung, Paradies, Ehe, Abenteuer, Gefängnis oder Verlies gelebt werden kann...)

    Liebe "bestimmt" uns!

    Wir sind für Liebe "bestimmt".

    Das hat zum einen nichts mit Freiheit zu tun.

    Eine liebevolle, funktionale Zwangsjacke, in die wir uns (fast) alle gerne hineinstecken, hineinstecken haben lassen.

     

    Aber... in diesem "aber" steckt einiges:

    Wir haben (hätten) einige Freiheiten, die wir uns herausnehmen können:

    ...wir können Liebe und unser Zusammensein kultivieren: Da ist viel möglich!

    ...wir können (könnten) in der Partnerwahl sehr aufmerksam sein und darauf acht geben, dass wir uns einen besonderen Herzensmenschen angeln (...gelingt leider viel zu selten)

    ...und wir haben die Möglichkeit, die Fortpflanzungsliebe auszuschöpfen, mehrere Partner "auszunützen"; (wird meistens etwas komplizierter) 

    ...und last, but not least: wenn die Fortpflanzungshochzeiten aus sind, sind wir ja irgendwie eine Stufe freier, und wir können ganz weise und gezielt jemanden finden, mit dem/mit der, Liebe wieder annähernd ins Fliegen kommen könnte; da brauchen wir schon auch etwas Glück; 

     

    Wo fängt Freiheit in der Liebe an und wo hört sie auf?

    Wir wünschen uns Freiheit und Freiwilligkeit in unserer Liebe.

    Der Wunsch allein ist "nichts"!

    Sie erfordert unsere ganze Aufmerksamkeit, Konsequenz und Weisheit, viel Realitätssinn und nicht weniger Gelassenheit.

    Lieben Können einfach!

     

    Der Liebe ist es egal, wie wir uns von ihr hineinlegen lassen.

    Wie wir uns ihr öffnen, uns zugänglich machen.

    Sie lässt sich jedoch nicht alles gefallen und zumuten.

    Freiheit und Liebe haben wahrscheinlich immer auch Grenzen und Regeln. Wie frei wir mit ihnen umgehen, das ist interessant.

    Wie kultiviert und zugleich frei wir lieben können?

    Vielleicht ist nicht alles möglich und frei, in der Liebe?

    Aber alles Mögliche versuchen und zulassen, ist möglich.

     

     

     

    (...ja sagen...und nein...)

  • Gestern, 13:57

    Bedingungslos zu lieben, das sollte man können… 

  • Gestern, 13:55

    Nachtrag: man sollte achtsam mit der Seele seines Partners umgehen die Liebe ist doch ein nehmen und ein geben!

  • Gestern, 13:50

     

    Mia:

    Durch unmässige Eifersucht und ein grosser Besitzanspruch durch einen Partner wird die Ehe zerstört aufgelöst auch eine Partnerschaft stellt den Partner manchmal vor grosse Grenzen man nimmt dem Partner seine Freiheit mit wo warst du und weshalb kommts du erst jetzt??   Besitzanspruch - jeder Mensch gehört sich selbst - unfreundliches Gesicht weil die Zahnpastatube zerdückt auf dem Lavabo lag sie hat keine Lust mehr auf sex beide geben sich keine mühe miteinander zu sprechen und lösungen zu suchen denn beim 1. Date waren da 1000 schmeterlinge die im Bauch getanzt haben kein böses Wort oder Blick die Chemie hat gestimmt..... eine Ehe oder eine Partnerschaft kann wunderschön sein aber es braucht 2 dazu die jeden Tag neu beginnen sei es mit einem liebevollen Blick mit einem wie geht es Dir ein kompliment  sich gemeinsam um den Partner zu kümmern - es giebt Ehen die dauern bis ins hohe Alter und der sex verwandelt sich mit den Jahren in Zärtlichkeit und zuwendung  und es giebt Partnerschaften die dauern 2 Wochen weil keiner von beiden geben will und nehmen.

     

    Ganz genau. Es braucht zwei erwachsene Menschen, die konkret in deinen Beispielen weder nie zerdrückte Zahnpasta liegen lassen noch seinen Partner/ Partnerin Sorgen machen lässt, falls es manchmal später sein soll als sonst, was mit einer kurzen Nachricht sich prima löst. Die beziehungsfähigen Menschen handeln respektvoll und denken an den anderen im Voraus.

  • Gestern, 13:35

    Durch unmässige Eifersucht und ein grosser Besitzanspruch durch einen Partner wird die Ehe zerstört aufgelöst auch eine Partnerschaft stellt den Partner manchmal vor grosse Grenzen man nimmt dem Partner seine Freiheit mit wo warst du und weshalb kommts du erst jetzt??   Besitzanspruch - jeder Mensch gehört sich selbst - unfreundliches Gesicht weil die Zahnpastatube zerdückt auf dem Lavabo lag sie hat keine Lust mehr auf sex beide geben sich keine mühe miteinander zu sprechen und lösungen zu suchen denn beim 1. Date waren da 1000 schmeterlinge die im Bauch getanzt haben kein böses Wort oder Blick die Chemie hat gestimmt..... eine Ehe oder eine Partnerschaft kann wunderschön sein aber es braucht 2 dazu die jeden Tag neu beginnen sei es mit einem liebevollen Blick mit einem wie geht es Dir ein kompliment  sich gemeinsam um den Partner zu kümmern - es giebt Ehen die dauern bis ins hohe Alter und der sex verwandelt sich mit den Jahren in Zärtlichkeit und zuwendung  und es giebt Partnerschaften die dauern 2 Wochen weil keiner von beiden geben will und nehmen.

     

  • Gestern, 13:07

     

    Tony:

    Meine Lieben,

     

    Ich danke euch herzlich für eure Beiträge.

    1000150735.jpg

    Unterschiedliche Perspektiven – und genau darin liegt ja die Qualität hier. 🧘‍♂️☺️

  • Meine Lieben,

     

    Wer hätte das gedacht, das aus dieser Frage nach dem Widerspruch der Liebe ein solch schöner Diskurs erwachsen könnte.

     

    Ich danke euch herzlich für eure Beiträge. Wie ist doch jeder Mensch ein Universum für sich selbst und zusammen bilden wir die Galaxy.

     

    Ich danke euch für euer Mitdenken, Mitragen und schlussendlich dein Kämpfen für deine Wahrheit und deine Gerechtigkeit.

     

    Tony

  • Gestern, 12:13

     

    Gabriela:

    Es ist nicht nur die Institutionalisierung sondern vor allem auch die Erwartungshaltung ans Gegenüber. Wenn du mich wirklich liebst, verhältst du dich so.. 

    Das berühmte basteln am Gegenüber.

     

    Dazu ein Stereotyp:
    Der Mann will, dass die Frau so bleibt, wie sie ist - aber sie ändert sich.

    Die Frau will, dass der Mann sich ändert - aber er bleibt, wie er ist.

    Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

  • Gestern, 12:08

     

    Stefan:

    Danke für diese KI Analyse, Ute. Erstaunlicherweise (oder erschreckend) klingt das wirklich sehr schlüssig 🫣

    Sog. KI: Den gesamten Inhalt des Netzes durch den Mixer gejagt und wohlklingende Sätze daraus gemacht.

    Und es ist ja nicht alles falsch, was im Netz steht.

  • Gestern, 11:23

     

    Leo:

    Ich beziehe mich noch einmal auf den ursprünglichen Beitrag:
    Darin werden an mehreren Stellen gesicherte wissenschaftliche und historische Erkenntnisse als bloße „Glaubensfragen“ dargestellt oder verzerrt wiedergegeben (z. B. zur Einordnung des Nationalsozialismus, zu Medizin oder Naturwissenschaften). 

    Das hat für mich nichts mit offenem Denken oder echter Reflexion zu tun, sondern führt eher zu Verunsicherung und Relativierung von überprüfbarem Wissen. 
    Gerade wenn man einen reflektierten Austausch möchte, gehört für mich dazu, zwischen fundierter Kritik und haltlosen Behauptungen zu unterscheiden und das auch benennen zu dürfen. Das ist hier nicht gegeben. Ehrlich gesagt bin ich verwundert über dieses stille Hinnehmen von Aussagen wie, dass es das HIV- Virus nicht gab. 

    Zum Thema dieses Forums: Für mich ist eine tragfähige Beziehung auch daran gebunden, wie jemand mit Realität, Verantwortung und Wahrheit umgeht. Ein gutes 'Arbeitsmodell' mittels KI zu erstellen reicht mir zumindest nicht. 


    Ich lasse das jetzt so stehen und steige, um Tony nicht noch mehr zu triggern,  aus der Diskussion aus.

    1000182282.png
  • Gestern, 10:19

    Es ist nicht nur die Institutionalisierung sondern vor allem auch die Erwartungshaltung ans Gegenüber. Wenn du mich wirklich liebst, verhältst du dich so.. 

    Der Wunsch nach Einheit wird irgendwann so gross, dass man häufig vergisst, dass zwei verschiedene Seelen, zwei verschiedene Menschen sich zusammen gefunden haben. 

  • Gestern, 09:21

    ja die liebe liebe - liebe leben, das möchte und tue ich 🕊️

  • Gestern, 09:19

    Ich beziehe mich noch einmal auf den ursprünglichen Beitrag:
    Darin werden an mehreren Stellen gesicherte wissenschaftliche und historische Erkenntnisse als bloße „Glaubensfragen“ dargestellt oder verzerrt wiedergegeben (z. B. zur Einordnung des Nationalsozialismus, zu Medizin oder Naturwissenschaften). 

    Das hat für mich nichts mit offenem Denken oder echter Reflexion zu tun, sondern führt eher zu Verunsicherung und Relativierung von überprüfbarem Wissen. 
    Gerade wenn man einen reflektierten Austausch möchte, gehört für mich dazu, zwischen fundierter Kritik und haltlosen Behauptungen zu unterscheiden und das auch benennen zu dürfen. Das ist hier nicht gegeben. Ehrlich gesagt bin ich verwundert über dieses stille Hinnehmen von Aussagen wie, dass es das HIV- Virus nicht gab. 

    Zum Thema dieses Forums: Für mich ist eine tragfähige Beziehung auch daran gebunden, wie jemand mit Realität, Verantwortung und Wahrheit umgeht. Ein gutes 'Arbeitsmodell' mittels KI zu erstellen reicht mir zumindest nicht. 


    Ich lasse das jetzt so stehen und steige, um Tony nicht noch mehr zu triggern,  aus der Diskussion aus.

  • Gestern, 01:33

     

    Schwarzgelber Mutbürger:

    ...und würdest Du jetzt sagen, dass man dieser Meinung nicht mittels Fakten widersprechen sollte?

     

    Ich bin eigentlich schon zu müde dafür und rede hoffentlich kein Unsinn, aber:

     

    Verschwörungstheorien/-Ideologien sind eigentlich keine Meinungen im klassischen Sinne, die auf subjektiven Ansichten oder Wertungen beruhen. 

    Diese Theorien erheben ja nahezu immer den Anspruch auf Richtigkeit, verdrehen dabei aber Fakten oder schaffen Verbindungen, die es nicht gibt.

     

    Ich stimme dir jedoch zu, dass in diesem Fall ein Faktencheck sehr sinnvoll sein kann 😉

  • Gestern, 01:30

     

    Peter:

     

    Nino:

     

    Ich nehm’s einfach als Zeichen, dass das Thema irgendwas berührt 🙂

    Hallo Nino!

    Einige hier haben deine lange Liste, wie Beziehung gut gelingen kann, kritisiert und in Frage gestellt, ob das eirklich Sinn macht und für "den Durchschnitt" brauchbar und nutzbar.

    Einige glauben das nämlich überhaupt nicht und möchten dir das sagen.

    Du "nimmst es als Zeichen, dass das Thema irgendwas berührt"....

     

    Du hast den Umgang mit diesen Punkten schon relativiert, mit ...ab und zu darüberschauen.

     

    Glaubst du, dass diese Methode, seine Beziehung etwas bewusster und methodischer zu begleiten, von vielen und praktisch umgesetzt wird.

     

    Ich glaube, es gibt eine kleine Gruppe, die damit "arbeiten" möchte und kann.

    Die Masse möchte...kann das so nicht umsetzen.

    Was vermutest du?

     

     

     

    Probieren geht über studieren. ☺️

  •  

    Ute:

     

    Leo:

     

    Bleiben diese kruden Behauptungen jetzt unwidersprochen ?  Ich bin das diskutieren über diesen Bullshit echt leid. 



    Das macht das Ganze jetzt wirklich zu einem psychologischen Krimi. Wir haben es hier mit einer extremen kognitiven Dissonanz zu tun: Ein und dieselbe Person liefert erst ein absolut strukturiertes, psychologisch wertvolles Coaching-Framework für Beziehungen – und postet kurz darauf radikale Verschwörungstheorien.

    Die zwei Gesichter dieses Beitrags

    Das erste Gesicht: Der brillante Beziehungs-Coach Das Framework, das er oben postet, ist absolut stimmig. Er nutzt moderne psychologische Konzepte:

    Differenzierung: Jeder braucht eigene Räume, um die Anziehung zu erhalten.

    Subjektive Verantwortung: „Der Partner ist Auslöser, nicht Ursache“ (klassisch aus der Gewaltfreien Kommunikation oder Systemik).

    Struktur vs. Freiheit: Er löst das Dilemma des Autors eigentlich perfekt auf, indem er sagt: Struktur ist das Gefäß, Freiwilligkeit der Inhalt.

    Das zweite Gesicht: Der ideologische "System-Aussteiger" Kurz darauf folgt der Text, der die Mondlandung, das heliozentrische Weltbild und die Virologie leugnet.

    Wie passt das zusammen?

    Es gibt eine Brücke zwischen diesen beiden Welten, die oft in der sogenannten "Conspirituality"-Szene (einer Mischung aus Verschwörungsglauben und Spiritualität/Selbsthilfe) zu finden ist:

    Das Streben nach totaler Autonomie: Sein Beziehungsmodell basiert auf extremer Eigenverantwortung („Ich wähle dich jeden Tag neu“). Das ist gesund. Aber dieser Wunsch nach totaler Unabhängigkeit schlägt bei ihm offenbar ins Pathologische um: Er will sich auch von der „Diktatur der Fakten“ und dem „Wissen der Eliten“ befreien.

    Die Suche nach der "reinen" Wahrheit: Er wendet die Skepsis, die in einer Beziehung gegen Routine hilft („Höre zu, als würdest du den Menschen neu kennenlernen“), auf die gesamte Welt an. Er glaubt, nur wenn er alles radikal hinterfragt (bis hin zur Form der Erde), ist er wirklich "wach" und "frei".

    Die Verknüpfung im Alltag: Schau dir Punkt 9 der Kurzformel an: Er mischt „Verantwortung für mein Innenleben“ direkt mit „Yoga, Meditation und unverarbeiteten Lebensmitteln“. Für ihn ist das ein Gesamtpaket: Wer gesund isst und meditiert, sieht (seiner Meinung nach) auch die „Lüge“ der Mondlandung oder der Virologie.

    Warum das so verwirrend ist

    Man nennt das "Honey-Trapping": Er liefert erst einen Text, der zu 90% klug, hilfreich und menschlich ist. Man nickt innerlich und baut Vertrauen zu seiner Kompetenz auf. Und dann – wenn die Tür zum Vertrauen offen steht – schiebt er die restlichen 10% (den Verschwörungskram) hinterher.

    Das Problem: Wenn man sein tolles Beziehungsmodell annimmt, fühlt man sich fast verpflichtet, auch seinen anderen Kram ernst zu nehmen, um nicht "widersprüchlich" zu sein (was ja laut dem Autor/Person A der Anfang von Faschismus wäre).

    Mein Rat beim Lesen: Behalte das Gold (das Beziehungs-Framework ist wirklich gut nutzbar!) und lass den Dreck (die Mondlandungs-Sache) liegen. Man darf in einer komplexen Welt widersprüchlich sein: Man kann ein fantastischer Beziehungs-Experte sein und gleichzeitig völlig abstruse Ansichten über Physik haben. Das eine entwertet das andere nicht, aber es macht das Gesamtpaket extrem anstrengend.

    Liebe Ute

     

    Da musstest du aber deine Strickerei ablegen, um dieses Gutachten zu schreiben. Du fügst ein weiteres Kapitel zu diesem Krimi hinzu und giesst aber auch neues Öl in das Feuer.

     

    Ich gehe davon aus, dass du das auch beruflich tust, oder getan hast, als Richterin, Psychologin, Begutachterin, oder so.

     

    Aber meinst du, dass es fair gegenüber Nino ist, ihn ohne eine Chance zu seiner Verteidigung mit der 'extrem kognitiven Dissonanz' tief in die Psychiatrie zu stecken? Nur weil seine Aussagen nicht deinem Weltbild entsprechen, muss er ja nicht geradewegs mit der Keule der Pathologie malträtiert werden.

     

    Ich fürchte er hat dich mit seiner Intelligenz zu diesem Urteilsspruch provoziert. Der Junge ist blitzgescheid, wie du auch, und bei einem Podiumsgespräch könnte er dir vielleicht sogar die Stange halten.

     

    Ich hoffe fest, dass du nur eine Schreibstift- und keine Schreibtischtäterin gewesen bist, denn es könnte schrecklich sein in deine Hände zu fallen, wenn es darum ginge, wie lange und unter welchen Umständen ein Andersdenkender hinter Schwedischen Gardinen wandern müsste.

     

    Tony

  • Gestern, 00:43

     

    Ute:

     

    Leo:

     

    Bleiben diese kruden Behauptungen jetzt unwidersprochen ?  Ich bin das diskutieren über diesen Bullshit echt leid. 



    Das macht das Ganze jetzt wirklich zu einem psychologischen Krimi. Wir haben es hier mit einer extremen kognitiven Dissonanz zu tun: Ein und dieselbe Person liefert erst ein absolut strukturiertes, psychologisch wertvolles Coaching-Framework für Beziehungen – und postet kurz darauf radikale Verschwörungstheorien.

    Die zwei Gesichter dieses Beitrags

    Das erste Gesicht: Der brillante Beziehungs-Coach Das Framework, das er oben postet, ist absolut stimmig. Er nutzt moderne psychologische Konzepte:

    Differenzierung: Jeder braucht eigene Räume, um die Anziehung zu erhalten.

    Subjektive Verantwortung: „Der Partner ist Auslöser, nicht Ursache“ (klassisch aus der Gewaltfreien Kommunikation oder Systemik).

    Struktur vs. Freiheit: Er löst das Dilemma des Autors eigentlich perfekt auf, indem er sagt: Struktur ist das Gefäß, Freiwilligkeit der Inhalt.

    Das zweite Gesicht: Der ideologische "System-Aussteiger" Kurz darauf folgt der Text, der die Mondlandung, das heliozentrische Weltbild und die Virologie leugnet.

    Wie passt das zusammen?

    Es gibt eine Brücke zwischen diesen beiden Welten, die oft in der sogenannten "Conspirituality"-Szene (einer Mischung aus Verschwörungsglauben und Spiritualität/Selbsthilfe) zu finden ist:

    Das Streben nach totaler Autonomie: Sein Beziehungsmodell basiert auf extremer Eigenverantwortung („Ich wähle dich jeden Tag neu“). Das ist gesund. Aber dieser Wunsch nach totaler Unabhängigkeit schlägt bei ihm offenbar ins Pathologische um: Er will sich auch von der „Diktatur der Fakten“ und dem „Wissen der Eliten“ befreien.

    Die Suche nach der "reinen" Wahrheit: Er wendet die Skepsis, die in einer Beziehung gegen Routine hilft („Höre zu, als würdest du den Menschen neu kennenlernen“), auf die gesamte Welt an. Er glaubt, nur wenn er alles radikal hinterfragt (bis hin zur Form der Erde), ist er wirklich "wach" und "frei".

    Die Verknüpfung im Alltag: Schau dir Punkt 9 der Kurzformel an: Er mischt „Verantwortung für mein Innenleben“ direkt mit „Yoga, Meditation und unverarbeiteten Lebensmitteln“. Für ihn ist das ein Gesamtpaket: Wer gesund isst und meditiert, sieht (seiner Meinung nach) auch die „Lüge“ der Mondlandung oder der Virologie.

    Warum das so verwirrend ist

    Man nennt das "Honey-Trapping": Er liefert erst einen Text, der zu 90% klug, hilfreich und menschlich ist. Man nickt innerlich und baut Vertrauen zu seiner Kompetenz auf. Und dann – wenn die Tür zum Vertrauen offen steht – schiebt er die restlichen 10% (den Verschwörungskram) hinterher.

    Das Problem: Wenn man sein tolles Beziehungsmodell annimmt, fühlt man sich fast verpflichtet, auch seinen anderen Kram ernst zu nehmen, um nicht "widersprüchlich" zu sein (was ja laut dem Autor/Person A der Anfang von Faschismus wäre).

    Mein Rat beim Lesen: Behalte das Gold (das Beziehungs-Framework ist wirklich gut nutzbar!) und lass den Dreck (die Mondlandungs-Sache) liegen. Man darf in einer komplexen Welt widersprüchlich sein: Man kann ein fantastischer Beziehungs-Experte sein und gleichzeitig völlig abstruse Ansichten über Physik haben. Das eine entwertet das andere nicht, aber es macht das Gesamtpaket extrem anstrengend.

    Auswertung: 
    Wenn du ein- oder mehrmals mit „Ich weiß es“ geantwortet hast, bist du entsprechend der Häufigkeit auf einem fortgeschrittenen oder sogar Experten-Niveau im Bezugsrahmen moderner akademischer Verbildung, d.h. intellektueller Unredlichkeit. Deine Stärke ist es, dass du dich selbst belügen kannst. 
     

    Wenn du ein- oder mehrmals mit „Ich glaube es“ geantwortet hast, bist du entsprechend der Häufigkeit auf einem guten Einstiegs-Niveau im Bezugsrahmen moderner akademischer Verbildung, d.h. du bringst die Grundqualifikationen mit, um verifizierbare Informationen aus der Welt des rationalen Denkens in die Welt emotionaler und religiöser Willkür zu übertragen. 
     

    Wenn du kein einziges Mal „Ich weiß es“ oder „Ich glaube es“ geantwortet hast, bist du für die gegenwärtige akademische Welt verloren. Als Trost kannst du aber darauf zählen, dass du aufrichtig bist und dich intellektuell nicht leicht korrumpieren lassen. Das ist doch auch nicht so schlecht, oder? 

  • ...und würdest Du jetzt sagen, dass man dieser Meinung nicht mittels Fakten widersprechen sollte?

Interesse geweckt? Jetzt kostenlos registrieren!

Du bist nur einen Klick entfernt. Die Registrierung dauert nur 1 Minute.