Also was und wie ist das - was erfüllt mein Leben?
Das soll jetzt nicht esoterisch werden, sondern ganz konkret.
Drei zentrale Bestimmungspunkte (die sich natürlich je nach Lage aktuell in ihrer Bedeutung neu justieren) gibt es bei jedem Menschen:
1. Der Körper, die Körperlichkeit:
Natürlich ist es ein Unterschied, ob ich 25 oder 75 Jahre alt bin (körperlich gesehen), ob ich gesund bin oder an der Nierendialyse hänge, ob ich blind, zuckerkrank und übergewichtig bin usw. Ein Grenzgebiet hierzu ist die Psychosomatik - Magersucht, depressiv sein oder Bluthochdruck haben sind sicher körperlich, aber, ich meine es gibt da schon einen Zusammenhang mit 2.
Ich komme gleich zu
3. Spiritualität:
Das ist jetzt so all das Größere. Manche glauben an einen Gott, manche an das Universum, manche an das Schicksal. Man fühlt sich irgendwie aufgehoben oder auch nicht, aber die schützende oder strafende Macht sind nicht die Mitmenschen, sondern was Größeres. Man kann in Kontakt treten mit Gebeten und Opfern, oder mit einer der höheren Macht gefälligen Lebensführung.
Übrig bleibt
2. das Zusammensein mit den anderen Menschen:
Ich meine, das ist das schwerste.
1. und 3., das macht jeder für sich aus. Was soll man schon dazu sagen, wenn jemand sagt, er glaubt an Gott? Das ist jedem seine Entscheidung, die kann man zur Kenntnis nehmen, mehr nicht. Seine Entscheidung hat keine Auswirkung auf mein Leben, er darf da gerne machen was er will. Das gleiche gilt für die Körperlichkeit. Jedem ist überlassen ob er joggt oder säuft, ob er sich impft oder raucht, und jeder muss damit zurechtkommen, wenn er blind ist oder Krebs hat. Das macht jeder für sich, und mein Leben ist davon weitgehend unberührt.
Das alles gilt nicht mehr für das schwierige 2., das Zusammensein mit den anderen Menschen.
Wenn sich jemand entscheidet, seinen Ärger an mir abzulassen, dann ist das nicht mehr ganz allein seine Entscheidung. Auch nicht, wenn eine Frau mich liebt und mir verbieten will, mit anderen Frauen was anzufangen. Nicht, wenn einer bei einem Treffen die ganze Zeit nur von sich erzählt, und die anderen kaum zu Wort kommen. Usw.
Nicht, wenn jemand Kontakt sucht und braucht, die anderen ihn aber verachten und ablehnen. Nicht, wenn sich jemand immer benutzt und missbraucht fühlt, von den anderen.
Aber, um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen - wenn man da, bei 2., alles immer sehr zufriedenstellend lösen kann, ist das nicht schon ein wichtiger Beitrag zu einem erfüllten und sinnhaftem Leben?
Wie sieht es aus? Gelingt Dir alles bei 2.? Kann man überhaupt alles bei 2. lösen? Oder ist man seinen Mitmenschen bei 2. genauso ausgeliefert und fremdbestimmt wie bei der höheren Macht bei 3.?

