Um mitzumachen, melde dich bitte an.
  • Würde man es riskieren?

    Diskussion · 2 Beiträge · 227 Aufrufe

    Würde man sich auf so jemanden einlassen? Hätte man grundsätzlich Bedenken? Oder würde man sagen, die Vergangenheit allein sollte nicht automatisch ein Ausschlusskriterium sein?

     

    Wie bewertet man so etwas überhaupt? Schließt man eine Beziehung generell aus, nur wegen einer Haftstrafe, oder gibt man einem Menschen eine Chance, wenn er seine Strafe verbüßt hat? Und spielt es eine Rolle, warum jemand im Gefängnis war, oder reicht allein die Tatsache schon aus, um misstrauisch zu sein?


     

     

    Man könnte in dem Zusammenhang auch an bekannte reale Fälle erinnern, etwa an die sogenannte „Eisbaronin“ in Wien, die nach außen hin als sehr attraktive und unauffällige Frau galt, aber zwei Männer getötet und zerstückelt hat.


     

    Gerade solche Fälle zeigen, wie trügerisch der erste Eindruck sein kann und werfen die Frage auf, wie sehr man der Vergangenheit eines Menschen vertrauen sollte. Reicht Attraktivität, Charme oder ein sympathischer Auftritt aus, um schwere Taten auszublenden? Oder ist eine Gefängnisvergangenheit grundsätzlich ein Warnsignal, das man ernst nehmen sollte?


     

    IMG_2126.jpeg


     

    Heute, 04:16

Beiträge

  • Heute, 13:57

     

    Andrea:

    Ein seeehr interessantes, komplexes Thema!

    Ob jemand im Gefängnis war und welches Delikt , ist relevant, aber nicht automatisch ein Ausschlusskriterium.

    Menschen können sich verändern, insbesondere wenn sie Verantwortung für ihre Tat übernehmen und ihr Verhalten reflektiert haben.

    Eine stabile Beziehung kann einen positiven Einfluss auf die soziale Reintegration nach der Haft haben.

    Je nach Delikt besteht ein erhöhtes Risiko für Rückfällle oder problematische Verhaltensmuster.

    Psychische Belastungen oder Traumata aus der Haft können sich negativ auf die Beziehung auswirken.

    Die Beziehung kann durch gesellschaftliche Stigmatisierung  und praktische Einschränkungen belastet werden.

    Gewalt oder Sexualdelikte stellen ein erhöhtes Risiko dar und erlauben Rückschlüsse auf mögliche Wiederholungsmuster und Gefährdungspotenziale.

    Ein weiteres Risiko besteht darin, dass manche Frauen sich von Straftaten wie Mord oder Sexualtaten emotional angezogen fühlen und glauben den Täter durch Liebe, Verständnis oder Unterstützung retten, heilen zu können. Was zu einer Co Abhängigkeit und zu Vernachlässigung eigener Grenzen führen kann und somit die eigene Sicherheit und emotionale Gesundheit gefährden.

    Ich gebe dir hier vollkommen recht. Für mich ist vor allem das Motiv der Tat entscheidend.

    Ob jemand aus einer extremen Situation heraus handelt oder aus Gier, Machtstreben oder Bereicherungsabsicht, macht für mich einen sehr großen Unterschied.


     

    Eine Frau, die in einer Beziehung über längere Zeit misshandelt und geschlagen wird und vielleicht einmal spontan reagiert, ist für mich moralisch in einer völlig anderen Lage als jemand, der bewusst und geplant Gewalt ausübt, um sich zu bereichern oder andere zu dominieren.


     

    Dass Menschen sich ändern können, setze ich grundsätzlich voraus – sonst müsste man konsequenterweise jeden Gewalttäter für immer wegsperren. Gleichzeitig sollte man sich aber auch nicht blenden lassen.


     

    Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an den Fall Jack Unterweger, der während seiner Haft als geläutert galt und durch seine Texte und sein Auftreten große Teile der Gesellschaft überzeugt hat. Nach seiner vorzeitigen Entlassung wurde er jedoch erneut zum Serienmörder und beging weitere Morde. Das zeigt für mich sehr deutlich, wie wichtig es ist, zwischen echter Veränderung und bloßer Inszenierung zu unterscheiden.


     

  • Heute, 05:07

    Ein seeehr interessantes, komplexes Thema!

    Ob jemand im Gefängnis war und welches Delikt , ist relevant, aber nicht automatisch ein Ausschlusskriterium.

    Menschen können sich verändern, insbesondere wenn sie Verantwortung für ihre Tat übernehmen und ihr Verhalten reflektiert haben.

    Eine stabile Beziehung kann einen positiven Einfluss auf die soziale Reintegration nach der Haft haben.

    Je nach Delikt besteht ein erhöhtes Risiko für Rückfällle oder problematische Verhaltensmuster.

    Psychische Belastungen oder Traumata aus der Haft können sich negativ auf die Beziehung auswirken.

    Die Beziehung kann durch gesellschaftliche Stigmatisierung  und praktische Einschränkungen belastet werden.

    Gewalt oder Sexualdelikte stellen ein erhöhtes Risiko dar und erlauben Rückschlüsse auf mögliche Wiederholungsmuster und Gefährdungspotenziale.

    Ein weiteres Risiko besteht darin, dass manche Frauen sich von Straftaten wie Mord oder Sexualtaten emotional angezogen fühlen und glauben den Täter durch Liebe, Verständnis oder Unterstützung retten, heilen zu können. Was zu einer Co Abhängigkeit und zu Vernachlässigung eigener Grenzen führen kann und somit die eigene Sicherheit und emotionale Gesundheit gefährden.

Interesse geweckt? Jetzt kostenlos registrieren!

Du bist nur einen Klick entfernt. Die Registrierung dauert nur 1 Minute.