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  • Miteinander sprechen V

    Diskussion · 24 Beiträge · 240 Aufrufe
    Fritz aus Edingen-Neckarhausen

     

    Ich meine, das sind spannende Fragen, die der Psychoanalytiker Schmidbauer da anspricht:

     

    • Wie ist es, den Raum zwischen Zärtlichkeit und Aggression auszuloten? Vielleicht in der Kindheit, aber auch jetzt, und gemeint ist das für jetzt sicher eher emotional als körperlich. Unter Partnern, unter Freunden, unter neuen Bekannten bei Gruppentreffen?

     

    • Wie ist es mit den unterdrückten Gefühlen, Affekten? Die selbst unterdrückt werden, oder im Auftrag der Gesellschaft unterdrückt werden?

     

    • Verlieren wir den Zugang zu unseren Gefühlen damit? Es gibt sicher einen gesellschaftlichen Druck, seine Gefühle ins Private zurückzunehmen. Bist Du damit glücklich? Gelingt es Dir?

     

    • Nach meiner Beobachtung wird als Ausgleich Konsum mit Emotionen überfrachtet - Kaffee Krönung und die Familie ist glücklich, ich kaufe mir ein Wohnmobil und bin frei und habe Abenteuer usw. Bist Du zufrieden damit, wie es ist?

     

     

     

    "Der Druck sucht ein Ventil"

    Warum moderne Gesellschaften dunkle Gefühle verstärken, erklärt der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer.

     

    DIE ZEIT: Wenn wir über Habgier, Neid, Hochmut, Rachsucht, Eifersucht und deren kleine Schwester, die Schadenfreude, sprechen: Wofür stehen diese Gefühle in unserem Leben?

    Wolfgang Schmidbauer: Der Mensch ist ein soziales Tier, und Sie können bereits bei Kindern beobachten, wie sie den Raum zwischen Zärtlichkeit und Aggression ausloten.

     

    ZEIT: Welche Funktion hat es, wenn eine Gesellschaft dunkle Gefühle zu sanktionieren versucht?

    Schmidbauer: Es ist ein Merkmal unserer zivilisatorischen Entwicklung, dass immer intensiver in das Gefühlsleben des Menschen eingegriffen wird, dass Gefühle unterdrückt werden. Das ist eine Form von Kontrolle.

     

    ZEIT: Der moderne, der disziplinierte Mensch versucht, seine animalische Seite zu kontrollieren und zugleich den Zugang zum gesamten Spektrum seiner Gefühle nicht zu verlieren – und dann noch seine Ängste und Aggressionen in konstruktive Handlungen umzuwandeln. Das ist ganz schön fordernd. Um nicht zu sagen, überfordernd.

    Schmidbauer: Ich war als junger Psychologe anmaßender als heute. Damals habe ich die Vernunft überschätzt. Aber meine therapeutische Erfahrung läuft darauf hinaus, diese primitiven Affekte zu respektieren. Es braucht außerdem viel Energie, sie zu beherrschen, und die Energie, die ein Mensch dafür aufbringen kann, ist begrenzt. Letztlich stärkt die moderne Gesellschaft mit ihren hohen Anforderungen an Disziplin die dunklen Gefühle, die primitiven Affekte sogar noch. Und dieser Druck sucht sich sein Ventil. Insofern wundert es mich nicht, wenn Menschen in sozialen Medien ihr ganzes Leid rauslassen, andere haltlos entwerten und ihren Hass ausbreiten.

     

    ZEIT: Für Sie sind die Exzesse auf Facebook, X, TikTok und YouTube eine fast zwangsläufige oder gar notwendige Reaktion auf diese disziplinarischen Anforderungen? Wie herrlich wäre es, wir könnten sie dort lassen und ignorieren.

    Schmidbauer: Es wäre wie ein andauerndes Oktoberfest. Aber im Ernst: Die Menschen hatten immer ihre Ventil-Sitten, bei denen sie ihre negativen Affekte für eine begrenzte Zeit zulassen konnten.

     

    ZEIT: Was sagt es über unsere Gegenwart, dass uns zwei Wochen im Jahr dafür nicht mehr reichen?

    Schmidbauer: Darüber lohnt es sich nachzudenken. Festzuhalten bleibt: Unsere Gesellschaft ist zugleich moralischer und primitiver geworden. Die Ansprüche auf der einen Seite erhöhen andererseits die Bereitschaft, sich einen Dreck um das zu scheren, was gewünscht und vernünftig oder auch nur menschenfreundlich ist.

     

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    14.01.26, 05:33

Beiträge

  • 16.01.26, 09:24

    Hey Fritz ,

     

    Zu deiner Seite. 

    Für mich bedeutet unterdrücken auch das man jemanden nicht fördert und nicht interessiert und offen damit umgeht .

    Autodidakten werden ,wie so vieles klein gehalten und nicht ernst genommen. 

     

  • 16.01.26, 09:18 - Zuletzt bearbeitet 16.01.26, 09:21.

    Hallo Fitz,

     

    Ein Psychologe der Enpathisch sein könnte sollte das nicht lernen müssen weil das eigentlich eine menschliche Grundkompetenz ist .

    Vor allem in so einem Beruf!

     

    Empathiefähigkeit , wenn man Sie überhaupt lernen kann, das dauert  viele Jahre....

    Und ich spüre und merke wenn ein Psychologe oder Menschen empatisch ist oder nicht,an seiner Art als Mensch und wie er arbeitet. 

    Und mal angenommen, wenn er es im Studium nicht gelernt haben sollte ,was ja auch nicht passiert, dann stimmt sowieso etwas nicht. 

    Weil er dann ein grundlegendes Werkzeug / Fähigkeit für seinen Beruf nicht lernt. 

    Wie will ich Menschen begleiten und bersten, wenn ich Sie nicht spüren und kein Bezug zu ihnen herstellen kann?

    Es ist ungefähr als ob du als Chirurg nicht lernst zu operieren. 

    Es gibt eine sehr gute Journalistin,Maren Urmer ,die fordert ,was ich sehr begrüße einen sozial kompetent Test oder einen "Enpathie Test " für Universitäten ein zu führen. 

     

    Zum Thema Autodidakten ,ja es wird unterdrückt ,da Autodidakten und begabte Menschen überhaupt nicht gefördert werden und keine Anlaufstellen in unserer Gesellschaft haben!

    Das ganze Bildungssystem und unsere ganze Gesellschaft sind aufgebaut auf den rationalen Lerntypen und auf normal begabte. 

    Und wenn du sagst das du dir etwas selbst beigebrach    hast dann wirst du meistens nicht ernst genommen!

    Die Menschen wissen meist überhaupt nicht wovon man spricht. 

     

    Ich habe das schon oft erlebt  

    Auch auf Ämtern.

    Es gibt auch überhaupt keine Anlaufstellen für so etwas. 

     

    Als würde es das nicht geben. 

    In Deutschland ist es so ,viele denken wenn man nicht klassisch arbeitet und etwas klassisch gelernt hat ,das man dann nichts kann und nichts macht .

    Den ganzen Tag. 

    Das ist schon sehr anmaßend und hat was von  Arroganz. 

    Was für ein  Irrglaube 😅

     

    Grüße  Siena 

  •  

     

    Und Autodidaktik heißt ja auch selbst erleben, ausprobieren und forschen ....selbst lernen. 

    Das wird in Deutschland total unterschätzt und unterdrückt!

    Und das ist ein riesen Problem.

     

    Grüße Siena 

    Hallo, Siena,

     

    im wesentlichen sagst Du, bei (herkömmlich) ausgebildeten Psychologen usw gibt es aus ihrer ausbildung keine Garantie, dass sie empathisch sind.

     

    Das mag sein, aber das beweist nicht, dass sie das nicht sein können.

     

    Ich meine, die Thesen von Schmidbauer sind es wert diskutiert zu werden, auch wenn er (aus Deiner Sicht NUR) ein ausgebildeter Psychoanalytiker ist.

     

    Dann schreibst Du: "selbst lernen. 

    Das wird in Deutschland total unterschätzt und unterdrückt!"

     

    Das es unterschätzt wird, mag sein. Aber unterdrückt, das erlebe ich nicht so.

     

    Ich habe selbst meine Seite dazu:

     

    https://betreutes-lieben.de/

     

    Unterschätzt werde ich sicher; niemand interessiert sich für mich. Aber unterdrückt werde ich nicht; niemand verbietet mir was.

  • 15.01.26, 23:00 - Zuletzt bearbeitet 15.01.26, 23:22.

    Hey Fritz ,

     

    Ich habe das Interview nicht gelesen. Erscheint mir zu lange und zu theoretisch.......

    Ich habe es überflogen.....

    Dieser Psycholog wirkt sehr verkopft und wissenschaftlich.....

    Da,ist nicht viel mit Spüren und Empathie Vermittlung......

    Der hängt zu sehr in seinen Pschologischen rationalen Bildern

     

    Habe ja schon einiges geschrieben zum Thema Gefühle -Emotionen - Intuition. 

    Das sind alles unterschiedliche Dinge .

     

    Und meine Erfahrung ist ,die allermeisten Psychologen, Therapeuten und Choaches ,ich mag auch das Wort Choaches nicht. 

    Können Empathie nicht und kennen sich mit Gefühlen und dem Umgang damit nicht aus .

    Weil Sie das nie gelernt haben.

     

    Es gibt einen riesen Unterschied zwischen theoretisch lernen und selber erleben und soziale Kompetenzen können!

     

     

    Im Studium und Ausbildungen lernt man das nicht denn da geht man nicht ins Erleben.

    Ich bin mir auch nicht sicher ob man da etwas über soziale Kompetenzen lernt. 

    So wie ich einige erlebt habe nicht!

    Und was mir Menschen aus diesen Ausbildungen  erzählt haben. 

     

     

     

    Das geht ja eigentlich auch nicht. 

     

    Warum sollte man ein Gefühl lernen ,das muss man selbst erleben und den Umgang damit .

    Ansonsten redet man nur über Theorie und das funktioniert meistens nicht. 

    Die wenigsten Psychologen sind wirklich richtig gut und Empathie fähig .

    Über Empathie weiß man auch noch viel zu wenig .

    Ausser man ist selbst sehr empatisch. 

    Und Empathie hat sehr viel mit verschiedenen Gefühlzuständen ,Intuition , und dem Managment zu tun. 

    Und was ich an dieser Stelle auch mal anbringen möchte......

    Autodidakten ,auch in diesem Zusammenhang und Menschen die ihre Interessen pflegen....

    Und Autodidaktik heißt ja auch selbst erleben, ausprobieren und forschen ....selbst lernen. 

    Das wird in Deutschland total unterschätzt und unterdrückt!

    Und das ist ein riesen Problem.

     

    Grüße Siena 

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