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  • Tätowierungen aktuell

    Diskussion · 33 Beiträge · 2 Gefällt mir · 639 Aufrufe
    Fritz aus Edingen-Neckarhausen

    Bist du tätowiert?

    Und wenn ja, warum?

     

    Juliane Reil: Tätowierungen und Piercings – ursprünglich hat man das mit Matrosen und zwielichtigen Gestalten aus dem Rotlichtmilieu verbunden. Heute sind Nasenring und Tribal längst gesellschaftsfähig und ein Massenphänomen geworden. Wie schwer Tätowierungen und Piercings nach wie vor im Trend liegen, zeigt eine aktuelle Studie der Universität Leipzig. Ada Borkenhagen ist Psychologin und hat die Studie mit initiiert. 

     

    Willkommen zum Corso-Gespräch, Frau Borkenhagen. 

     

    Ada Borkenhagen: Ja, vielen Dank. 

     

    Reil: Laut Ihrer Studie ist jeder fünfte Deutsche tätowiert. Dabei können sich vor allem Frauen für diesen Körperschmuck begeistern. Rund die Hälfte aller Frauen zwischen 25 und 34 Jahren sind tätowiert, konnte ich da nachlesen, 19 Prozent mehr als im Jahr 2009. Wie erklären Sie sich diesen Anstieg? 

     

    Borkenhagen: Ja. Zunächst kann man sagen, dass dieser Anstieg sicherlich ein Hinweis darauf ist, dass Körpermodifikationen und vor allen Dingen Tätowierungen weiter im Trend liegen und auch noch zunehmen, und das es vor allen Dingen auch für Frauen eine besondere Attraktion hat, sich tätowieren zu lassen.

     

    Reil: Warum glauben Sie das, dass das eine besondere Attraktion für Frauen ist? 

     

    Borkenhagen: Ich denke, dass es zu einer legitimen und sehr akzeptierten Form des weiblichen Körperschmucks geworden ist, also der Form, den Körper auch schmücken zu können. Und die Selbstästhetisierung ist ja immer noch etwas, was stärker von Frauen in Anspruch genommen wird in unserer Kultur, als von Männern.

     

    Reil: Passt dieser Narzissmus gut in unsere Zeit? 

     

    Borkenhagen: Würde ich sagen. Der Körper und die Modifikation des Körpers ist heutzutage wichtiger geworden. Überhaupt das Aussehen des Körpers ist bedeutender dafür, wie ich mich als Individuum fühle und wie ich mich als Individuum darstelle. Das tue ich heute sehr viel stärker über meinen Körper und das Aussehen meines Körpers, als in früherer Zeit durch bestimmte Kleidung oder einen bestimmten Habitus. Wir konnten gut sehen, dass die jungen Frauen sich ja stark tätowieren lassen, also das wirklich ein Modetrend für die geworden ist.

    Tattoo.jpg
    25.12.25, 05:06

Beiträge

  • 31.12.25, 09:26

    Vielleicht auch ein Grund warum sich manche tätowieren lassen …🫤🙋‍♂️

    IMG_1544.jpeg
  • 30.12.25, 05:52

    Ich liebe Tattoos, des Schmerz wegen war ich aber länger nicht mehr im Studio. Nach gut 100 h ist erst mal Pause. Mein Leben hat es verändert, ich wurde massiv selbstsicherer und Menschen die mich anschauen sind nun ruig statt zu verkünden wie dünn sie mich finden.

  • Toulouse-Lautrec: Die tätowierte Frau

    Toulouse Lautrec Tätowierte Frau.JPG
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    Leo:

    Es tut mir leid, wenn ich das Gefühl bei dir auslöse, dass ich genervt bin. Das bin ich nicht, ansonsten würde ich mich hier nicht beteiligen. Ich finde es gut, dass du so interessiert an der Sicht anderer Menschen bist und immer weiter nachfragst.

    Ich bemerke nur bei mir genau das , was du schilderst. Ich mache mir weit weniger Gedanken zu dem Thema als Andere, vielleicht nicht- tätowierte. Ich spreche ja auch nur für mich. Aber ich habe auch im Freund*innen- und Bekanntenkreis die Erfahrung gemacht, dass dem Tätowiert- Sein oft viel mehr Bedeutung  gegeben wird, als es für Betroffene hat.  

    Nicht falsch verstehen, ich liebe meine Bilder und stecke in die Motive natürlich viel Zeit ( und Geld 🙄). Aber diese gesellschaftliche Sicht, wer sich was und warum hat stechen lassen, fehlt mir. Oder interessiert mich nicht. 

    Jede*r wie er/ sie mag. 

     

    Noch mal Entschuldigung , wenn ich mitunter schroffer klinge, als ich es bin. Ich mag diesen Austausch, denke aber , ich habe jetzt  auch zunächst alles dazu gesagt. 

    Ich wünsche dir/ euch einen schönen Tag !

    Alles prima, ich wünsche Dir auch einen schönen Tag!

    Und ein schönes 2026! :-)

  • 27.12.25, 09:29

    Es tut mir leid, wenn ich das Gefühl bei dir auslöse, dass ich genervt bin. Das bin ich nicht, ansonsten würde ich mich hier nicht beteiligen. Ich finde es gut, dass du so interessiert an der Sicht anderer Menschen bist und immer weiter nachfragst.

    Ich bemerke nur bei mir genau das , was du schilderst. Ich mache mir weit weniger Gedanken zu dem Thema als Andere, vielleicht nicht- tätowierte. Ich spreche ja auch nur für mich. Aber ich habe auch im Freund*innen- und Bekanntenkreis die Erfahrung gemacht, dass dem Tätowiert- Sein oft viel mehr Bedeutung  gegeben wird, als es für Betroffene hat.  

    Nicht falsch verstehen, ich liebe meine Bilder und stecke in die Motive natürlich viel Zeit ( und Geld 🙄). Aber diese gesellschaftliche Sicht, wer sich was und warum hat stechen lassen, fehlt mir. Oder interessiert mich nicht. 

    Jede*r wie er/ sie mag. 

     

    Noch mal Entschuldigung , wenn ich mitunter schroffer klinge, als ich es bin. Ich mag diesen Austausch, denke aber , ich habe jetzt  auch zunächst alles dazu gesagt. 

    Ich wünsche dir/ euch einen schönen Tag !

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    Leo:

    Wie ich schon mal schrieb, habe ich bisher vorwiegend gute Erfahrungen gemacht. 

    Aber auch hier, und das ist weder naiv noch arrogant gemeint, mache ich mir keine Gedanken über das, was andere Menschen möglicherweise über meine Tattoos denken. 

    Sie gefallen bestimmt nicht Jedem. Und dann ? Lass ich es nicht stechen ?

    Es gab Männer, die schon in der Kennenlern- Phase Sätze äußerten wie: Es reicht jetzt  aber mit den Tattoos, oder ? Sie kamen als Partner nicht in Frage. 

    Ich nehme mir die Freiheit, selbst darüber zu entscheiden, was ich mit meinem Körper tue.

    Und zum Thema Selbstverletzung. Ja, ich verstehe den Punkt und man muss gut darauf achten, welches Studio man wählt. Ansonsten glaube ich, dass  Alkoholkonsum und das Verzehren von Fast Food langfristig wahrscheinlich schädlicher für den Körper ist, als etwas Farbe in der Haut. 

    Und das ist gesellschaftlich ja durchaus anerkannt als Lebensstil.

    Ja vielen Dank! :-)

    Ich will dich nicht nerven - ich suche ja nur das Gespräch mit dir.

    Und das thema, das Du mir anbietest, sind deine tattoos.

    Aber einerseits sagst du, aus deiner Sicht gibt es dazu nicht viel zu sagen und zu reflektieren und abzuwägen und zu erwähnen, und andererseits sagst du, was die anderen dazu sagen ist nicht wesentlich, und auch dazu gibt es nichts zu berichten und zu diskutieren.

    Das ist vollkommen in Ordnung, du hast ja auch schon viel gesagt!

    Ich wollte nur durch mein Nachfragen sicherstellen, dass ich zu dem Thema alles von dir bekommen habe, was ich bekommen kann.

  • 27.12.25, 07:37

    Wie ich schon mal schrieb, habe ich bisher vorwiegend gute Erfahrungen gemacht. 

    Aber auch hier, und das ist weder naiv noch arrogant gemeint, mache ich mir keine Gedanken über das, was andere Menschen möglicherweise über meine Tattoos denken. 

    Sie gefallen bestimmt nicht Jedem. Und dann ? Lass ich es nicht stechen ?

    Es gab Männer, die schon in der Kennenlern- Phase Sätze äußerten wie: Es reicht jetzt  aber mit den Tattoos, oder ? Sie kamen als Partner nicht in Frage. 

    Ich nehme mir die Freiheit, selbst darüber zu entscheiden, was ich mit meinem Körper tue.

    Und zum Thema Selbstverletzung. Ja, ich verstehe den Punkt und man muss gut darauf achten, welches Studio man wählt. Ansonsten glaube ich, dass  Alkoholkonsum und das Verzehren von Fast Food langfristig wahrscheinlich schädlicher für den Körper ist, als etwas Farbe in der Haut. 

    Und das ist gesellschaftlich ja durchaus anerkannt als Lebensstil.

  • 27.12.25, 07:22 - Zuletzt bearbeitet 27.12.25, 07:22.

     

    Leo:

    Als tätowierter Mensch ( inzwischen 12 Tattoos, kleinere und große) muss ich ehrlich sagen, mach ich mir garnicht so viele Gedanken um die psychologische und soziale Bedeutung der Bilder für mich. 

    Das ist natürlich vollkommen ok!

    Was anderes ist, was sein könnte, dass andere Menschen sich Gedanken über deine tattoos machen - und dir das mitteilen. ausgesprochen explizit verbal oder durch Haltung usw.

    Ist dir das schon mal passiert (jetzt abgesehen von der reaktion Deiner eltern beim ersten tattoo). Gibt es Reaktionen / Bemerkungen / Resonanz auf deine tattoos, die du wahrnimmst oder wahrgenommen hast?

  • 27.12.25, 06:57

    Als tätowierter Mensch ( inzwischen 12 Tattoos, kleinere und große) muss ich ehrlich sagen, mach ich mir garnicht so viele Gedanken um die psychologische und soziale Bedeutung der Bilder für mich. Ich habe eine Idee für ein Motiv, wie jetzt eben den Phoenix, überlege welche Stelle und mache einen Termin. Tätowieren ist für mich etwas, was zu meinem Leben dazu gehört. Am Anfang hab ich mich auch gestresst mit ' das Tattoo muss doch eine Bedeutung haben', wie Marta erzählte mit der Chronik. Ja, ich mag das, muss aber nicht. Meine Bilder sind zunächst nur Schmuck und auch das hat eine lange Tradition in der Menschheitsgeschichte. Jetzt mit zunehmendem Alter und Lebenserfahrungen, die mich prägen, kommen andere Motive hinzu, die mehr mit mir zu tun haben. Am Ende ergibt es ein Gesamtbild, nicht immer gefällig, aber das war bzw. ist mein Leben auch nicht.

    Mein erstes Tattoo ist jetzt über 30 Jahre her, auch auf dem Rücken. Damals waren meine Eltern noch sehr schockiert, Tätowierungen hatten nur Menschen, die mal im Gefängnis waren 😉.

    Zeiten ändern sich...

  • 27.12.25, 03:47 - Zuletzt bearbeitet 27.12.25, 03:53.

    Die tätowierte Haut eines Bekannten (bipolare Störung) erzählt seine Geschichte, er ist im wahrsten Sinne des Wortes fürs Leben gezeichnet. Es ist sein persönlicher Zugang seine Krankheit anzunehmen.

    Was ich auch spannend und komplex finde, bei dem thema "Tattoo", ist das Thema "Haut".

     

    Ein bißchen klingt es ja auch an in Deinem Bericht, Marta, zu deinem Bekannten.

     

    Das tattoo ist ja gerade auf der Haut. Und die Haut ist eine Grenze, aber auch ein Übergang.

     

    Die Haut ist die Grenze des Körpers, aber auch die Grenze des Ichs, der Persönlichkeit, des Selbsts.

     

    Hier spielen sehr viele, sehr tiefliegende und sehr kraftvolle Themen eine Rolle: der Wunsch, die Notwendigkeit nach körperlicher, seelischer und bezogener  Berührung, aber auch nach Gesehen-werden im selbst und in der Person. Andererseits die Haut als Grenze, eine Grenze die nicht schwer bewacht ist und die leicht durchbrochen werden kann. es geht um wahrung und verletzung der Autonomie, und um die Notwendigkeit und das Bedürfnis nach Nähe.

     

    es gibr ja Zb die Geschichte von unterschiedlich "richtigen" Abständen in der sozialen Kommunikation bei verschiedenen Kulturen. Für uns Nordeuropäer beträgt sie etwa eine Armlänge, also etwa 60 cm. Für viele südländer ist sie deutlich kürzer, etwa 30 cm.

    Wenn jetzt ein Nordländer und ein Südländer in einen sozialen austausch kommen, kann folgendes passieren: Der Nordeuropäer stellt den "korrekten" abstand im Gespräch her, 60 cm. Der Südeuropäer fühlt sich nicht angenommen, distanziert abgewiesen, und stellt den korrekten abstand her, in dem er bis auf 30 cm näher an den Nordeuropäer heranrückt. dieser korrigiert den "korrekten" Abstand wieder auf 60 cm, in dem er 30 cm zurückgeht. Usw. Das Ganze läuft unbewusst ab, beide sind genervt, keiner weiß warum, und was in dem gespräch schiefläuft.

     

    am ende steht der Nordeuropäer mit dem Rücken zur wand.

  • 26.12.25, 22:42 - Zuletzt bearbeitet 26.12.25, 22:57.

    Ich habe keine Tattoos, mir gefallen aber einige sehr gut. Als ich nach Jahren der Suche endlich ein zu mir passendes Motiv - das mir auch noch gefiel - gefunden hatte, wollte partout ein Körperbereich es haben, wo es die meiste Zeit verdeckt gewesen wäre und ich selbst bekäme es nur im Spiegel zu Gesicht, also irgendwie am Sinn vorbei. Mittlerweile hat sich mein Leben so verändert, dass die Bedeutung des gewählten Motivs mich triggern würde, Glück gehabt. 😅

    Zudem ist mir vor ca 15 Jahren bewusst geworden welch grobe Selbstverletzung Tattoos darstellen und ab da nahm ich für mich komplett Abstand davon.

     

    Die Kritik mit Veränderung des Körpers udgl konnte mal meine Stieftochter sehr gut entkräften. Sie meinte, ihre Tattoos wären sowas wie die Chronik ihres Lebens, sie gehörten zu ihr und es wäre ihr egal, wenn sie mal schrumpelig würde.

     

    Die tätowierte Haut eines Bekannten (bipolare Störung) erzählt seine Geschichte, er ist im wahrsten Sinne des Wortes fürs Leben gezeichnet. Es ist sein persönlicher Zugang seine Krankheit anzunehmen.

     

    Andersrum sah ich eine Reportage einer Frau die Lungenkrebs überwunden hatte. Sie ließ sich nach ihrer Genesung Engelsflügel über den gesamten Rücken tätowieren die ihre Operationsnarben kunstvoll integrieren. Das fand ich eine sehr schöne und kraftspendende Art der rituellen Körperzeichnung.

  • 26.12.25, 07:56

    Ich habe bisher eher positive Erfahrungen gemacht mit echtem Interesse an den Tattoos. Und ich kann bei den meisten ja entscheiden, ob ich sie zeige, oder nicht. 

    Die Situation im Supermarkt war unangenehm, aber nicht beängstigend. Es ist immer eine Gradwanderung mit Übergriffen umzugehen. Ich kann das meist gut, da ich in dem Bereich arbeite und schon sehr früh meine Grenzen zeige. 

    Es wär natürlich wünschenswert, wenn Männer wie du, die das Thema sehen und sensibel dafür sind, es vorantreiben, eine klare Haltung haben und diese auch zeigen.

  • 26.12.25, 07:39 - Zuletzt bearbeitet 26.12.25, 07:41.

     

    Leo:

    Ich bin ja auch schon älter und lerne jeden Tag hinzu 😉.

    Aber ich hab das Alter, also 'älter' erwähnt, weil es bei jüngeren Menschen oft wirklich reines Interesse an der Tätowierung gibt. Der Technik, wie teuer, tut es weh (ja!) usw.

    Das war in der erwähnten Situation nicht der Fall und fühlte sich deshalb übergriffig an.

    Ich habe nicht den geringsten Zweifel (1. bin ich auch ein Mann und 2. ebenso älter), dass er nicht an Deinem tattoo, sondern an Deinem Bein und Deiner Hüfte interessiert war.

    Aber das ist ja sehr offensichtlich ein Mißbrauch, weil Dein tattoo "missbraucht" wurde.

    was anderes wäre, wenn die Intimität Deines tattoos "gebrauchen" würde, aber Du das trotzdem als Missbrauch empfinden würdest.

    Also wenn Zb jemand sagen würde: "Ihr/dein tattoo fällt mir auf. Darf ich Dich/Sie fragen, warum Sie es haben, was es bedeutet?"

  • 26.12.25, 07:33

    Ich bin ja auch schon älter und lerne jeden Tag hinzu 😉.

    Aber ich hab das Alter, also 'älter' erwähnt, weil es bei jüngeren Menschen oft wirklich reines Interesse an der Tätowierung gibt. Der Technik, wie teuer, tut es weh (ja!) usw.

    Das war in der erwähnten Situation nicht der Fall und fühlte sich deshalb übergriffig an.

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    Leo:

    Hallo Fritz,

    das ist mir genau einmal passiert. Ein ,für mich, älterer Herr sprach mich beim Einkaufen recht unvermittelt an, ob er denn das Tattoo auf meinem Bein mal ganz sehen dürfe. Es endet ziemlich weit oben an der Hüfte und ich verneinte natürlich. Das war schon unangenehm. Ich denke allerdings, dass die meisten Frauen ähnliche Situationen kennen und das nicht speziell was mit Tätowierungen zu tun hat. 

    Vielleicht schreckt es auch eher ab, da ich meine (Haut-) Grenze sichtbar gemacht habe. 

     

     

    Fritz:

    Wenn ich dich das fragen darf - ist es dir schon mal passiert, dass jemand fremdes, mit Bezug auf deine tattoos, sei es, dass er sie nachdrücklich angesehen hat oder dich sogar darauf angesprochen hat, dir näher, "eindringender", grenzüberschreitender, "verletzender" nahegekommen ist, als du dir das gewünscht hast, oder dass es deiner Meinung und Deinem Wunsch nach für Dich angemessen war? Also hat schon mal jemand, aus Deiner Sicht, die "Intimität" Deines (offen sichtbaren) tattoos missbraucht?

     

    uff! ok, danke für die Antwort.

    Tja, wir ältere herren müssen noch viel lernen :-// :-)

  • 26.12.25, 07:21

    Hallo Fritz,

    das ist mir genau einmal passiert. Ein ,für mich, älterer Herr sprach mich beim Einkaufen recht unvermittelt an, ob er denn das Tattoo auf meinem Bein mal ganz sehen dürfe. Es endet ziemlich weit oben an der Hüfte und ich verneinte natürlich. Das war schon unangenehm. Ich denke allerdings, dass die meisten Frauen ähnliche Situationen kennen und das nicht speziell was mit Tätowierungen zu tun hat. 

    Vielleicht schreckt es auch eher ab, da ich meine (Haut-) Grenze sichtbar gemacht habe. 

     

     

    Fritz:

    Wenn ich dich das fragen darf - ist es dir schon mal passiert, dass jemand fremdes, mit Bezug auf deine tattoos, sei es, dass er sie nachdrücklich angesehen hat oder dich sogar darauf angesprochen hat, dir näher, "eindringender", grenzüberschreitender, "verletzender" nahegekommen ist, als du dir das gewünscht hast, oder dass es deiner Meinung und Deinem Wunsch nach für Dich angemessen war? Also hat schon mal jemand, aus Deiner Sicht, die "Intimität" Deines (offen sichtbaren) tattoos missbraucht?

     

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    Leo:

    Ich habe zwei Arten von Bildern. Einerseits reinen Körperschmuck, z. B. eine Blumenranke, die das gesamte rechte Bein entlang läuft. Diese Tattoos finde ich einfach schön und fühle mich wohl mit ihnen. 

    Ich habe aber auch meist kleinere, die intimer sind und eine Bedeutung haben. Einen Anker hinter dem Ohr für Halt, der Polarstern für Orientierung, Ringe an den Fingern für Menschen, die mich begleiten.

    Ich denke nicht, dass jemand Außenstehendes die vollständige Bedeutung versteht und darum geht es mir zumindest auch nicht. 

    Anders ist das natürlich, wenn es z . B.  um politische Symbole oder Schriften geht, die eben die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe zeigen. Dann dient es der Positionierung und gleichzeitig auch Abgrenzung. 

    Wenn ich dich das fragen darf - ist es dir schon mal passiert, dass jemand fremdes, mit Bezug auf deine tattoos, sei es, dass er sie nachdrücklich angesehen hat oder dich sogar darauf angesprochen hat, dir näher, "eindringender", grenzüberschreitender, "verletzender" nahegekommen ist, als du dir das gewünscht hast, oder dass es deiner Meinung und Deinem Wunsch nach für Dich angemessen war? Also hat schon mal jemand, aus Deiner Sicht, die "Intimität" Deines (offen sichtbaren) tattoos missbraucht?

  • 26.12.25, 07:01

    Ich habe zwei Arten von Bildern. Einerseits reinen Körperschmuck, z. B. eine Blumenranke, die das gesamte rechte Bein entlang läuft. Diese Tattoos finde ich einfach schön und fühle mich wohl mit ihnen. 

    Ich habe aber auch meist kleinere, die intimer sind und eine Bedeutung haben. Einen Anker hinter dem Ohr für Halt, der Polarstern für Orientierung, Ringe an den Fingern für Menschen, die mich begleiten.

    Ich denke nicht, dass jemand Außenstehendes die vollständige Bedeutung versteht und darum geht es mir zumindest auch nicht. 

    Anders ist das natürlich, wenn es z . B.  um politische Symbole oder Schriften geht, die eben die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe zeigen. Dann dient es der Positionierung und gleichzeitig auch Abgrenzung. 

  • Natürlich kann man Tätowierungen in eine reihe mit anderen Ausdrucksformen des Körperlichen stellen, wie Kosmetik, schmuck, Frisur usw.

    Aber es ist ja ein Aspekt der tätowierung - meine ich- der sich davon unterscheidet: für mich beinhalten tätowierungen ein hohes Maß an Intimität.

    Sie vermitteln für mich eigentlich etwas sehr intimes. Es ist meistens klar, dass sie für den träger, erst recht die Trägerin, eine hohe wichtige persönliche Bedeutung haben.

    Andererseits wird diese (durchaus intime) Bedeutung jedem beliebigen Beschauer gezeigt, jeder der Augen hat.

    Diese Diskrepanz zwischen Öffentlichkeit und Intimität muss doch auch etwas bewirken, eine Auswirkung und Bedeutung haben. das tattoo wirkt irgendwie gleichzeitig anziehend und abweisend.

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