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  • Wie denkt ihr darüber?

    Diskussion · 8 Beiträge · 5 Gefällt mir · 537 Aufrufe
    Sven aus Ibbenbüren

    Kann es sein, dass wir mit jedem Kerzendocht auf dem Geburtstagskuchen ein Stück unserer Fähigkeit verlieren, uns wahrhaftig mit anderen (neuen Leuten) zu verbinden?

    Während wir in der Jugend Freundschaften fast im Vorbeigehen schließen, scheint der soziale Radius im Erwachsenenalter unaufhaltsam zu schrumpfen. Wir jonglieren mit Karriere, familiären Verpflichtungen und der eigenen mentalen Gesundheit, während die „echten“ Verbindungen, DIE die über Smalltalk und funktionale Netzwerke hinausgehen, zu einer seltenen Währung werden.

     

    Was denkt ihr?

    Ist der Mangel an neuen, tiefen Freundschaften im Alter ein persönliches Versagen oder eine unvermeidbare Begleiterscheinung des Reifeprozesses bzw des älter werdens? Und wie werden in 20 Jahren wohl die Altenwohnheime ausgestattet sein, vielleicht mit einer Spielekonsole und einem Discord Server oder wohin wird es sich entwickeln?

     

    Ich "hoffe" die "Ansicht" ist falsch und ich irre mich.

    04.01.26, 19:21

Beiträge

  • 05.01.26, 15:09

    Während wir in der Jugend Freundschaften fast im Vorbeigehen schließen, scheint der soziale Radius im Erwachsenenalter unaufhaltsam zu schrumpfen.

    Eigentlich gibst Du Dir hier schon die Antwort selber... in deiner Jugend ist dein persönlicher mobiler Radius sehr eingeschränkt. Du bewegst Dich zwischen Kita, Grundschule, erweiterter Schule und evtl. Vereine... was Du zu Fuß oder per Rad erreichen kannst. 

     

    Ist der Mangel an neuen, tiefen Freundschaften im Alter ein persönliches Versagen oder eine unvermeidbare Begleiterscheinung des Reifeprozesses bzw des älter werdens?

    Keines von dem hier... 

    Nach der Schulzeit, folgen Dir entweder noch einige auf die selbe Hochschule oder sie bleiben vor Ort (Studium, Ausbildung). Die wenigsten "Follower" nenn ich sie mal, ziehen weiter weg. 
    Du gehst auf Partys (lernst Leute kennen), im Studium ist es fast wie Schule (viele Kontakte), hast evtl. einen Führerschein und bist mobiler... Dein Radius vergrößert sich. 

     

    Während die Kita+Schulzeit knapp 20 Jahre ausmachte und Du dich ständig über den Weg läufst, wechseln die meisten MitMenschen statistisch spätestens alle 6 Jahre ihren Arbeitsplatz... dazu kommt noch die "Liebe", welche einen den Ort/Arbeitsplatz "wechseln" lässt. Immer wieder wechseln also Kollegen und Freundschaften. Man verliert sich immer mehr aus den Augen (nicht so wie damals in der Jugend). 

     

    Aus jeder "Epoche" Deines Lebens bleiben sehr wenige dieser "tiefen Freundschaften" übrig. 

     

    Und wie werden in 20 Jahren wohl die Altenwohnheime ausgestattet sein, vielleicht mit einer Spielekonsole und einem Discord Server oder wohin wird es sich entwickeln?

    Ich glaube (These), dass wir immer älter werden, weil wir immer mobiler bleiben und die Medizin immer weiter voranschreitet... und wir immer länger zuhause bleiben können. 
    Betreutes Wohnen oder Mehr-Generationen Häuser werden immer beliebter... und die "echten" Pflegefälle werden immer kürzere Lebensjahre haben. 

     

    Vor 30 Jahren sagte mal ein befreundeter Arzt, der mit mir Badminton spielte "In Zukunft werden wir ausgestattet mit VR Brillen zuhause in unseren Wohnzimmern Badminton spielen". 

    Ich sehe dies noch lange nicht... und ich glaub im Alter ist gemeinsame Zeit mit positiv eingestellten Menschen ein seltenes Gut, weshalb Konzerte/Events, Essen gehen und Spieleabende präsenter werden. 

     

    Meine an Neujahr verstorbene Tante hat ihre Parkinson Krankheit durch Spielen der Wii in Verbindung mit dem Balance Board von Neurologen bestätigt deutlich verlangsamt... wer weiß welche Erkenntnisse wir in 30 Jahren haben. 

     

    Ich hab auf jeden Fall weder verlernt Freundschaften zu schließen, noch Angst vor dem Älter werden... und sehe die Zukunft nicht so schwarz wie manch anderer. 

  • 05.01.26, 10:20

     

    Sven:

    Ist der Mangel an neuen, tiefen Freundschaften im Alter ein persönliches Versagen oder eine unvermeidbare Begleiterscheinung des Reifeprozesses bzw des älter werdens?

    Tiefe neue Kontakte zu knüpfen wird mit jedem Jahr schwieriger, weil 1. die Leistungsfähigkeit abnimmt und 2. die geistige Flexibilität. Damit dreht man sich sowohl psychisch als auch physisch immer mehr um sich selber, für andere Menschen bleibt immer weniger Platz.

     

    Der Grundstein für ein gefülltes und erfülltes Sozialleben wird in der Kindheit und in der Jugend gelegt. Während der rush hour des Lebens (20-50) schlafen viele Freundschaften ein, wenn sie nicht aktiv gepflegt werden, weil Arbeit und Familie im Vordergrund stehen.

    Manchmal werden Freundschaften später wieder reaktiviert, aber das Leistungsvermögen nimmt ab und man ist immer mehr mit seinen Krankheiten beschäftigt. Die alten freundschaftlichen Kontakte werden also nicht wieder sehr viel intensiver. Außerdem durchkreuzt gerne auch mal der Gevatter den einen oder anderen Plan final.

  • 05.01.26, 09:30

    Ich finde es gut und interessant das du Sven das Thema Kontakte ansprichst .

     

    Denn ,ich bin Kontaktfreudig und eher extrovertiert ......

     

    Aber ich finde es, wie ich das Beschrieben habe sehr schwierig. 

     

    Wenn ich unterwegs bin ,in meinem Alltag ,ich habe viel mit Menschen zu tun.....

     

    Da kann man kommunikativ sein aber wenn viele andere nicht so extrovertiert  oder aus sich raus kommen sind dann wird es schwierig bis unmöglich. 

     

    Bzw . Ich finde man muss gar nicht extrovertiert sein ,aber aufeinander zu gehen und eine gewisse Offenheit wäre schön.

     

    Ich finde das hier in der App ,wie auch in den meisten online Angeboten schon sehr schwer ....

     

    Ich habe das Gefühl ich und die meisten anderen die so eine Apo benutzten sitzen mehr vor dem Handy als wirklich konatke zu pflegen. 

     

    Hier gibt es auch viele ,wie ich finde Menschen die Freundschaften und Kontakt suchen .....

     

    Und ich erlebe jetzt kein ,woow cool ich finde es toll kass und ein Cafe trinken etc .....gehen ....

     

    Ich erlebe eher keine Kommunikation oder Stillstand .

     

    Meine Erfahrung und mein Gefühl 

     

    Vielleicht wachen viele Menschen da zum Glück langsam auf, weil gute ,loyale Freundschaft ist sehr selten.....( zumindest erlebe ich das so )

    Eigentlich crass ....

    Aber man muss dafür auch etwas machen sonst funktioniert es nicht!

     

    Und wenn nur einer aktiv ist oder sich bemüht auch nicht. 

    Ausserdem ist das total frustrierend und macht keinen Spaß.......

  • 05.01.26, 00:06 - Zuletzt bearbeitet 05.01.26, 00:10.

    Hey Sven ,

     

    Ich finde auch dein Thema echt interessant. 

    Ich bin HS Scanner Persönlichkeit und Empath......

     

    Mit Empathie tun sich Menschen immer wieder ziemlich schwer,oder haben es nich gelernt  ausser Sie sind selbst offen dafür oder selbst Empathen oder sehr emphatisch .

    Ich hatte nie Probleme Familie und Freundschaft oder Arbeit und Freundschaft zu kombinieren. 

     

    Oder nebeneinander laufen zu lassen. 

     

    Ich swipe sogar besser, als in meiner Schulzeit.

     

    Also ich kann sehr gut zwischen Familie, Arbeit und Kontakt zu Freunden hin und her switchen oder ES zwischen rein packen ,oder verbinden wie ich halt Lust und Zeit habe. 

     

     

    Ich habe auch keine Probleme offen auf Menschen zu zugehen. Wenn ich will.

     

     

    Das hat mit älter werden ,meiner Erfahrung nach gar nichts zu tun. 

    Das hat eher etwas damit zu tun ,wo man seine Prioritäten setzt und ob man innerlich sensitiv bleiben kann oder eben Empathie fähig und offen und innerlich flexibel bleibt oder ist .

     

     

    Ich muss allerdings sagen Menschen die das auch können oder " machen " muss ich schon suchen oder mich finden lassen.......

    Ich würde mir da wirklich mehr Spontanität und Liebe für die Pflege zwischen menschlicher Beziehung  im Allgemeinen  wünschen....Mehr Priorität.......

    Mehr Leidenschaft und Hingabe dafür und Wertschätzung. 

     

     

    Und das geht mir schon so seit ich Jugendliche bin .....

     

    Grüße Siena 

  • 04.01.26, 23:54

    Lieber Sven,

    du schreibst genau das was ich mir schon lange denke, bin sehr erstaunt und überrascht.

    Ich glaube nicht, dass das am Alter liegt, sondern an den fehlenden Möglichkeiten!

    War im jungen Alter 4 Mal in der Woche in der Disco bis 5 Uhr früh - am Wochenende.

    Und jetzt? Wo soll ich hingehen? Schwimmbad, Kaffeehaus. Hab da noch nie jemand kennengelernt!

    Tanzen? Ja wo bitte als Single? Überall sind nur Paare. War 25 Jahre im Fitnessstudio, da mußte man schon froh sein, wenn man gegrüßt wurde! Vom kennen lernen weit entfernt.  Die meisten sind verheiratet und gehen nur mehr gemeinsam aus. Als Single ist man da nicht gerne gesehen!

    Könnte noch vieles schreiben, denke aber es reicht.

    Bezüglich der Altersheime kann ich dir jetzt schon sagen, es geht leider in Richtung Demenz! Das see  ich schon  derzeit  bei jedem Besuch meiner Arbeitskollegin im Altenheim.

    Und das wird, wenn es so weiter geht, noch schlimmer werden. Ist vielleicht sogar das Beste was einem passieren kann. Weil dort ist's halt furchtbar langweilig und sehr einsam.

    Ich finde, du machst dir schon die richtigen Überlegungen! Schau jetzt, dass du gute Freunde hast, die dich bis ins Alter begleiten werden! Im Alter gibt es nur mehr wenige Chancen!

     

  • Das hast du schön geschrieben Ulrike ✨ 

  • 04.01.26, 20:15

    Wer extrovertiert ist und sowieso einfach auf Leute zugehen kann, wird nicht alleine sein.

    und es braucht eine gewisse Anzahl Kontakte, bis sich eine tiefere Verbindung aufbauen kann. Da sind regelmässige, wiederkehrende Kontakte sehr hilfreich - mal hier, mal dort weniger.

     

    Wer eher Scheu hat oder Ängste - der tut sich schwer. Ebenso diejenigen , die nie in einem Verein oder in einer sonstigen Gruppenorganisation waren.

     

    ich habe aufgrund diverser Ortswechsel bedingt durch Job / Scheidung und Alleinerziehung wenig Kontakte knüpfen können. Wenn man tagsüber Vollzeit  arbeitet, das Kind im Hort ist,  fallen die ganzen automatischen Kontakte am Kindergarten/ Schule weg. Wenn ich Frauen frage, sind ihre Kontakte meist genau dadurch entstanden. Oder man ist nie weggezogen- da hat man dann noch Kindergarten / Schulfreunde oder Kollegen aus dem Job. Das sehe ich bei den Klassentreffen. 

     

    Freundschaften aus diversen Lebensphasen hegen und pflegen.

    dann tragen sie dich ins Alter.

    und es werden auch welche beendet, weil es nicht mehr passt. Das gehört dazu.

     

    Reife im Alter heisst auch Toleranz und Wohlwollen - und den anderen nicht werten / verbiegen - dann klappt es auch im Alter, neue Freundschaften aufzubauen. Ja, es ist schwerer und ohne Engagement und ohne " Rausgehen zu echten Treffen" geht es nicht. 
     

     

  • 04.01.26, 19:32 - Zuletzt bearbeitet 04.01.26, 19:33.

    Nö, diese App hier zu nutzen, bringt echte Kontakte und Freundschaften im Leben. Dazu muss man rausgehen. Aktiv Dinge tun. 

     

    Ich hatte für gestern gleich zwei Aktivitäten erstellt und dadurch neue Leute getroffen und auch schon welche, die ich bin vorher kannte. Mit diesen wiederum an den Orten neue Leute getroffen und somit weitere Menschen kennengelernt.

     

    Hast du bei deinen erstellten Aktivitäten und bei denen von anderen keine Menschen kennengelernt? 

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