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  • Mein Partner / meine Partnerin geht fremd – ach, wie schön! (Denn manchmal bringt Klarheit Freiheit)

    Diskussion · 10 Beiträge · 11 Gefällt mir · 994 Aufrufe

    Fremdgehen gehört zu den Erfahrungen, die Beziehungen am stärksten verändern. Viele wurden schon betrogen. Manche sind selbst fremdgegangen. Andere merken, dass sie innerlich offener dafür werden. Und oft ist genau das der Punkt, an dem Beziehungen enden – oder an dem man sich nicht mehr traut, eine neue einzugehen.

     

    Mich interessiert dieses Thema sehr.

     

    Was bedeutet Fremdgehen für euch?

     

    Beginnt es erst beim Sex – oder schon, wenn man sich in jemand anderen verliebt?

     

    Was hat das Ganze mit uns selbst zu tun?

     

    Ich lade euch ein, eure Gedanken, Erfahrungen oder Perspektiven zu teilen – egal ob kurz oder lang. Alles darf, nichts muss.

    Vielleicht hilft das Schreiben nicht nur euch selbst, sondern auch anderen, die gerade mit ähnlichen Fragen kämpfen.


    Thomas Kissing 

     

    Ein Like oder Kommentar zeigt mir, ob euch solche Themen interessieren. Ich starte hier regelmäßig neue Diskussionen – wer mag, kann mir gern folgen.

    27.01.26, 12:54

Beiträge

  • 28.01.26, 11:41

    Es erschreckt mich immer wieder (seit ein paar Jahren), dass fremdgehen IMMER auf das körperliche bezogen wird - und damit als Treuebruch gesehen wird.

     

    Mal weiter gedacht: Loyalität ist der Schlüssel. Wenn man "fremd geht" (am besten sind offene Beziehungen oder Polyamore - meine Meinung mittlerweile), meint man immer, man müsse die Partnerschaft beenden oder auf den Prüfstand stellen.

     

    Wer loyal zum Gegenüber ist, sollte sich über "Treue" keine Gedanken machen. Denn: Loyalität bedeutet, dass der Partner/Partnerin an erster Stelle steht. Punkt.

     

    Der sexuelle Punkt ist ein ganz anderer und hat mit einer Beziehung nichts zu tun. Fakt ist doch (bei 99 Prozent von allen), dass man erst über die erotische Anziehung sich auf jemanden einlässt - und darum wird dann eine Beziehung aufgebaut.

     

    Ergebnis: alle diese Menschen gehen zuerst über die Erotik/Sex. Danach - erschreckend - wird es als Treuebruch gesehen, wenn da plötzlich jemand anders körperlich anziehen wird (was normal ist und niemand ausschließen kann).

     

    Warum nur wird "fremd gehen" als Treuebruch gesehen? Für mich gibt es da nur eine Antwort: weil man Angst vor ansteckenden Krankheiten hat. Was anderes fällt mir da nicht mehr ein.

     

    P. S. Wie kann "fremd gehen" anders als aufs körperliche bezogen werden? Weil man die Gedanken und Gefühle des anderen nie kennen kann. Nur seine eigenen. Deshalb schließe ich "emotionales fremdgehen" aus.

  • 27.01.26, 22:51

    Für mich wäre es definitiv das Ende der  Beziehung, wenn meine Partnerin fremdgehen würde , sei es heimlich oder beim Sex. Ich würde nicht erst reflektieren, was in unserer Beziehung falsch gelaufen ist, denn Probleme bespricht man ohnehin im Gespräch miteinander. Es gäbe kein Vertrauen mehr, ständige Spannungen wären vorprogrammiert. Für mich ist es besser, einen klaren Schlussstrich zu ziehen, als in einer belasteten Situation weiterzumachen.

    Ich möchte aber dazu anmerken, dass ich persönlich  keine Erfahrung damit habe, dass meine Partnerinnen fremdgegangen sind , aber  das ist meine Einstellung dazu ! 


     

  • Was geschieht, wenn in einer Partnerschaft die körperliche Nähe verschwindet,
    nicht der Sex, sondern das Einfache, Menschliche:
    Kuscheln.
    Streicheln.
    Berührt werden.
    Berührung ist kein Luxus.
    Sie ist ein Grundbedürfnis der Seele.
    Wer braucht sie nicht?
    Wenn dieses Bedürfnis dauerhaft unerfüllt bleibt,
    entsteht eine Leere,
    die beide betrifft,
    den, der keine Nähe mehr geben kann,
    und den, der ohne Nähe verkümmert.
    Was ist dann der Weg?
    Verzicht auf unbestimmte Zeit?
    Sich selbst verlassen, um die Beziehung zu halten?
    Oder alles beenden, obwohl noch Liebe da ist?
    Vielleicht liegt die Antwort nicht im Entweder-oder,
    sondern im ehrlichen Dazwischen.
    Was wäre, wenn man offen darüber spricht,
    ohne Vorwurf, ohne Schuld?
    Was wäre, wenn Nähe nicht sofort Sexualität bedeuten müsste,
    sondern einfach Menschsein?
    Ist es wirklich falsch,
    Berührung in einem geschützten, bewussten Rahmen zu suchen,
    bei einem Kuscheltreffen,
    wo es um Achtsamkeit geht, nicht um Ersatzliebe?
    Wenn ich nach solcher Nähe zurückkehre
    ruhiger, weicher, ausgeglichener,
    bin ich dann weniger treu,
    oder vielleicht sogar mehr bei mir
    und damit auch mehr beim anderen?
    Spirituell gesehen geht es nicht um Regeln,
    sondern um Wahrhaftigkeit.
    Ein unterdrücktes Bedürfnis verschwindet nicht.
    Es verhärtet.
    Es entfremdet.
    Verständnis bedeutet nicht, alles gutzuheißen.
    Aber es bedeutet anzuerkennen,
    dass ein Bedürfnis, das nicht gelebt werden darf,
    nicht einfach aufhört zu existieren.
    Vielleicht ist echte Treue nicht das Aushalten von Mangel,
    sondern der liebevolle Umgang mit dem,
    was lebendig ist.
    Und vielleicht ist Nähe,
    die bewusst, respektvoll und offen gelebt wird,
    heilsamer
    als Schweigen, Anspannung
    und das langsame Erkalten zweier Seelen.

  • 27.01.26, 20:21

    Der Gedanke an fremd gehen oder sich zu verlieben ist erst mal ein Warnsignal, dass etwas nicht stimmt. Dann sollte man seine Bedürfnisse an die Partnerin hinterfragen... und das Gespräch suchen. 

    Wird man betrogen, sollte man erst mal hinterfragen, ob man einen Anteil hatte (zu viel Arbeit, zu wenig Aufmerksamkeit, zu wenig Nähe/Sex, nicht richtig zugehört etc.) und keines Fall sich als Frau/Mann in Frage stellen (zu unattraktiv, zu alt etc.). 

    Viele Menschen können leider ihre Bedürfnisse nicht klar sagen und über Gefühle reden... und Narzisten haben psychisch gesehen ein toxisches Problem mit dem Selbstbewusstsein. Wenn es sich in fremdgehen äußert, sollte man froh sein geweckt zu werden und sich lieber hinterfragen warum man auf ihn reingefallen ist 🤔. 

     

    Ich wurde vor 25 Jahren mal von 2 Frauen hintereinander je mit Ex betrogen (in der Kennenlernphase) , die beide schwanger wurden und beide zum Ex zurück gingen, obwohl in einem Fall dieser Spielsüchtig und Drogenabhängig war. 

    Das hatte keine Auswirkungen auf zukünftige Beziehungen, da ich einen Grundsatz habe "Jede Partnerin kann nichts für die Fehler der Vorgängerin und bekommt das selbe Vertrauen wie jeder andere davor". 

     

    Ich hatte in einer Beziehung auch Gedanken an fremdgehen, heißer Kontakt zur Ex wurde hergestellt, Gespräche über quantitative Differenzen bezüglich Sex wurden mit Partnerin mehrfach über längeren Zeitraum geführt... ohne Erfolg... die Beziehung schlussendlich unter beidseitigen Tränen getrennt (es war ja ein toller Mensch) und nach Ende (!) dann mit Ex getroffen, aber nicht wegen Gefühle (nur körperlich). Ist also für mich kein fremdgehen. Wir sind heute noch befreundet. 

    Es hat mir aber auch die Wichtigkeit für mich von körperlicher Nähe in Beziehungen aufgezeigt. 

     

    In einem anderen Fall wurde beim Kennenlernen schon offen von ihr angesprochen, dass man wenig Nähe bräuchte und die Beziehung kam somit erst gar nicht zustande 👍. 

    Daher vor allem zu Beginn einer Beziehung offen darüber reden, vor allem wenn man wenig Nähe braucht 😉... 

  • 27.01.26, 17:03

     

    Ines:

     

    Biene:

     

    Kannst du dir vorstellen, dass dein Partner in jemand anderen verliebt ist?
    Stelle ich mir nicht so cool vor.
    Oder meinst du, schwärmen?
    Für eine (vermutlich unerreichbare) Sängerin/Schauspielerin zu schwärmen, ist das Eine.
    Aber wenn dein Partner sich in deine Freundin/die Nachbarin/eine Arbeitskollegin verliebt?
    Na, ich weiß nicht....

    Ich schreibe hier nicht von mir persönlich oder meinen Erfahrungen. ;)   Thomas hat auch geschrieben, dass das nicht in's Internet gehört. 

     

    Natürlich war meine Frage nicht als Anregung gedacht, dass du hier Persönliches ausbreitest!
    Sondern ob du dir ein solches Szenario vorstellen kannst.  😊

  • 27.01.26, 17:00

     

    Biene:

     

    Ines:

    "Beginnt es erst beim Sex oder schon wenn man sich verliebt "?

    Ich habe mal gehört, dass es schon da anfangen kann, dass einer seine ganze Energie und Zeit in die Arbeit steckt anstatt dem Partner/der Partnerin ein bisschen Platz in seinem Leben zuzugestehn. Aber in dem Fall geht der Workaholic sich wohl zuerst selbst fremd. 

    Andererseits gibt es Beziehung, die es wohl gut aushalten wenn einer einen "Schwarm" hat, also irgendwie verliebt ist. Verliebtheit kann auch schnell vorbei gehen. 

    Kannst du dir vorstellen, dass dein Partner in jemand anderen verliebt ist?
    Stelle ich mir nicht so cool vor.
    Oder meinst du, schwärmen?
    Für eine (vermutlich unerreichbare) Sängerin/Schauspielerin zu schwärmen, ist das Eine.
    Aber wenn dein Partner sich in deine Freundin/die Nachbarin/eine Arbeitskollegin verliebt?
    Na, ich weiß nicht....

    Ich schreibe hier nicht von mir persönlich oder meinen Erfahrungen. ;)   Thomas hat auch geschrieben, dass das nicht in's Internet gehört. 

     

  • 27.01.26, 16:40 - Zuletzt bearbeitet 27.01.26, 16:40.

    Ach Thomas... dieses Thema interessiert Dich sehr? Ich würde nicht an dieses Thema denken, denn mit etwas Glück wirst Du davon verschont. Mit "was wäre, hätte, wenn"... ist man nicht gewappnet von "falls".

     

    In dieser Sache bestimmst Du alleine für Dich die Regeln, denn nur Du hast die Verantwortung über Dich und musst Konsequenzen tragen.

     

    Sicher interessant Meinungen zu lesen. Hauptsache aber, dass man sich selber vor allem treu bleibt.

  • 27.01.26, 16:35

     

    Ines:

    "Beginnt es erst beim Sex oder schon wenn man sich verliebt "?

    Ich habe mal gehört, dass es schon da anfangen kann, dass einer seine ganze Energie und Zeit in die Arbeit steckt anstatt dem Partner/der Partnerin ein bisschen Platz in seinem Leben zuzugestehn. Aber in dem Fall geht der Workaholic sich wohl zuerst selbst fremd. 

    Andererseits gibt es Beziehung, die es wohl gut aushalten wenn einer einen "Schwarm" hat, also irgendwie verliebt ist. Verliebtheit kann auch schnell vorbei gehen. 

    Kannst du dir vorstellen, dass dein Partner in jemand anderen verliebt ist?
    Stelle ich mir nicht so cool vor.
    Oder meinst du, schwärmen?
    Für eine (vermutlich unerreichbare) Sängerin/Schauspielerin zu schwärmen, ist das Eine.
    Aber wenn dein Partner sich in deine Freundin/die Nachbarin/eine Arbeitskollegin verliebt?
    Na, ich weiß nicht....

  • 27.01.26, 16:18

    "Beginnt es erst beim Sex oder schon wenn man sich verliebt "?

    Ich habe mal gehört, dass es schon da anfangen kann, dass einer seine ganze Energie und Zeit in die Arbeit steckt anstatt dem Partner/der Partnerin ein bisschen Platz in seinem Leben zuzugestehn. Aber in dem Fall geht der Workaholic sich wohl zuerst selbst fremd. 

    Andererseits gibt es Beziehung, die es wohl gut aushalten wenn einer einen "Schwarm" hat, also irgendwie verliebt ist. Verliebtheit kann auch schnell vorbei gehen. 

  • Vorweg: Es geht mir hier nicht darum, persönliche Details oder konkrete Erlebnisse auszubreiten. Das gehört für mich nicht ins Internet.

     

    Was ich aber teilen möchte, sind meine grundsätzlichen Gedanken zu diesem Thema – entstanden aus vielen Jahren eigener Erfahrungen und Beobachtungen.

     

    Ich glaube, Fremdgehen hat viel mit unseren Bindungsmustern zu tun – und vor allem mit Kommunikation in der Partnerschaft. Was für den einen selbstverständlich ist, ist es für den anderen oft nicht.

     

    Wo beginnt Treue?

    Wo hört Fremdgehen auf?
     

    Das ist nichts, was man einfach voraussetzen kann. Diese Grenzen müssen in jeder Beziehung neu besprochen werden.

     

    Menschen bringen unterschiedliche Beziehungstypen mit: manche sind eher sicher gebunden, andere unsicher. Jeder hat andere Bedürfnisse nach Nähe, Freiheit, Bestätigung oder Rückzug. Entscheidend ist auch, welche zwei Menschen aufeinandertreffen – und wie gut sie miteinander sprechen können.

     

    Ich glaube außerdem: Es ist kein Zufall, wem wir begegnen. Die Menschen, die wir in unser Leben ziehen, spiegeln oft unsere eigenen Themen. Deshalb ist jede Beziehung wichtig für unsere persönliche Entwicklung – nicht nur Liebesbeziehungen, sondern auch Freundschaften.

     

    Und auch das Verhältnis zu unseren Eltern prägt stark, wie wir später Nähe, Vertrauen und Partnerschaft leben. Das ist zumindest meine Erfahrung.

     

    Mich interessiert, wie ihr das seht.


    Thomas Kissing 

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